Atmosphärisch-historisch
Autorin Elli zieht sich in eine abgelegene Hütte im böhmischen Wald zurück. Vordergründig, um dort endlich ihren nächsten Roman zu beenden, tatsächlich aber steckt sie in einer kleinen Lebenskrise und muss ihre Beziehungen zu ihren Menschen und zu ihrer Vergangenheit neu sortieren. Dass sie damals als Kind mit ihrer Familie aus Tschechien nach Deutschland floh, hat sie lange versucht zu vergessen, aber nun, tief im Wald, drängt sich ihr eine Person aus einer tschechischen Sage ihrer Kindheit auf: Viktorka, eine lebensfrohe Bauerntochter, deren Leben ein tragisches Ende nimmt. Oder ist das nur die Legende? Kurz entschlossen reist Elli nach Tschechien, um sich auf die Suche nach der echten Frau hinter der Geschichte zu machen.
Zwei Erzählebenen greifen in diesem Roman ineinander. Jarka Kubsova verbindet die Aufarbeitung einer Migrationsbiografie mit der literaturgeschichtlichen Frage danach, auf welche Weise Frauen in der Geschichte sichtbar wurden. Zusammengehalten wird beides durch den Wald, durch den sowohl Elli als auch Viktorka wandeln und der ein Ort für Selbstfindung wird. Eine große Stärke des Romans sind dabei die stimmungsvollen Naturbeschreibungen: durch einige magische Elemente und mystische Ereignisse wirkt der Wald märchenhaft und ist für einen literarischen Herbstauftakt bestens geeignet. Das Erzähltempo ist ruhig, entschleunigend würde ich sogar sagen. Die Konflikte der Hauptfigur, die mit ihrer Identität struggelt und gleichzeitig Nähe und Distanz zu ihrer erwachsenen Tochter und ihrem neuen Lebenspartner neu justieren muss, finde ich glaubhaft beschrieben. Lediglich die emotionale Entwicklung, die bei Elli durch den Wald und ihre Reise nach Tschechien angestoßen wird, hat mich nicht ganz überzeugt. Stilistisch hat mir das Buch sehr gut gefallen und da ich in letzter Zeit einen Hang zu Büchern habe, in denen Frauen der Gegenwart auf ein historisches Frauenleben stoßen und in dieses immer tiefer eintauchen, muss ich jetzt unbedingt auch noch "Marschlande" lesen!
Zwei Erzählebenen greifen in diesem Roman ineinander. Jarka Kubsova verbindet die Aufarbeitung einer Migrationsbiografie mit der literaturgeschichtlichen Frage danach, auf welche Weise Frauen in der Geschichte sichtbar wurden. Zusammengehalten wird beides durch den Wald, durch den sowohl Elli als auch Viktorka wandeln und der ein Ort für Selbstfindung wird. Eine große Stärke des Romans sind dabei die stimmungsvollen Naturbeschreibungen: durch einige magische Elemente und mystische Ereignisse wirkt der Wald märchenhaft und ist für einen literarischen Herbstauftakt bestens geeignet. Das Erzähltempo ist ruhig, entschleunigend würde ich sogar sagen. Die Konflikte der Hauptfigur, die mit ihrer Identität struggelt und gleichzeitig Nähe und Distanz zu ihrer erwachsenen Tochter und ihrem neuen Lebenspartner neu justieren muss, finde ich glaubhaft beschrieben. Lediglich die emotionale Entwicklung, die bei Elli durch den Wald und ihre Reise nach Tschechien angestoßen wird, hat mich nicht ganz überzeugt. Stilistisch hat mir das Buch sehr gut gefallen und da ich in letzter Zeit einen Hang zu Büchern habe, in denen Frauen der Gegenwart auf ein historisches Frauenleben stoßen und in dieses immer tiefer eintauchen, muss ich jetzt unbedingt auch noch "Marschlande" lesen!