Das Märchen des Märchens

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hurmelchen Avatar

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Ach nun, was jubeln alle meine Literaturbegeisterten über Jarka Kubsova!
Und was schämte ich mich, dass ich zwar ihre Bücher „Bergland“ und „Marschlande“ im Regal stehen habe ( wie unzählige Andere…), aber noch keines davon gelesen habe.
Ob ich das jetzt noch mache? Ich weiß es nicht, denn ich habe nun ihren jüngsten Roman „Im Licht des neuen Tages“ gelesen, und bin leider relativ unterwältigt.
Schon der Titel spricht Bände, denn mit dem könnte man Hunderte von Büchern titulieren, völlig belanglos und austauschbar.
Aber es gibt einige fantastische Bücher mit doofen Titeln, daran soll es nicht liegen.
Leider aber reißt mich auch der Roman nicht vom Hocker.
Ich weiß, ich weiß, ich bin mal wieder die Einzige, die nörgelt, aber ich habe mich bei der Lektüre furchtbar gelangweilt.
Eigentlich wird hier ein böhmisches Volksmärchen nacherzählt, das Märchen der armen Viktorka, die unverstanden von Allen, im Wald ein trostloses Dasein fristet, schlecht behandelt von den Menschen, ihr Kind umbringt ( Oder auch nicht), und nach ihrem eigenen Tod fortan in den böhmischen Wäldern als Geistwesen herumstreift. Ersonnen hat diese Mär die tschechische Nationaldichterin Bozena Nemkova, die bei uns allerdings fast gänzlich unbekannt ist. Das macht die Sache nicht einfacher, denn weder Nemkovas, noch Viktorkas Geschichte weiß nachhaltig zu interessieren. Zu sehr wird hierbei auf Feminismus herumgeritten, und der unverstandenen Frauen der vorigen Jahrhunderte gedacht, denn die heutige Heldin des Buches, die Autorin ( wie originell…) Elli Hajek, die eine Art Schreibblokade, und dazu noch eine Beziehungskrise, und das „Empty- Nest- Syndrom“, denn ihre Tochter ist ausgezogen, hat, macht sich auf die Suche nach ihren tschechischen Wurzeln und wird vom Geist Bozenas und Viktorkas inspiriert.
Die ellenlangen Erzählungen über Nemkova und ihre Figuren, dieses ständige Nacherzählen, fand ich absolut ärgerlich. Lieber hätte ich eine echte Biografie, oder eine Sammlung mit Nemkovas Märchen gelesen.
Auch der Stil Kubsovas konnte mich nicht überzeugen. Die Naturbeschreibungen sind zwar sehr atmosphärisch, dafür hapert es leider bei der Personenzeichnung.
Kein Buch für mich, aber vielleicht versuche ich es ja doch mit dem Bergland oder den Marschlanden…