Etwas durchwachsen

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Hallo ihr Lieben,
heute habe ich meine Rezension zu „Im Licht des neuen Tages“ von Jarka Kubsova für euch. Auf dieses Buch hatte ich mich schon seit einigen Monaten sehr gefreut und deshalb wurde es auch direkt gelesen.

In dieser Geschichte geht es um die Protagonistin Elli Hajek, die sich zum Schreiben in ein abgelegenes Haus zurückzieht. Dort erinnert sie sich an eine Figur, von der ihr einst ihre tschechische Großmutter erzählte. Viktorka, die junge Frau, die nach einem schwerwiegenden Ereignis für wahnsinnig erklärt wurde und fortan allein im böhmischen Wald lebte lässt Elli nicht mehr los und als sie erfährt, dass Viktorka wirklich existierte, reist sie in das Land, aus dem sie selbst als Kind geflohen ist. Im böhmischen Wald will Elli mehr erfahren – doch tief zwischen den Bäumen und leuchtendem Farn und reißendem Fluss, wartet eine andere Aufgabe auf sie: Bevor sie die Wahrheit über Viktorka erfährt, muss Elli sich ihrer eigenen verdrängten Geschichte stellen.

Der Einstieg in diesen Roman ist mir gut gelungen. Der Schreibstil von Jarka Kubsova ist bildhaft und in manchen Passagen fast märchenhaft zu lesen, was sehr gut zu den Inhalten gepasst hat. Ich mochte insbesondere die Rückblicke in die Vergangenheit der Protagonistin und die Erzählungen rund um die tschechischen Märchen, insbesondere um Viktorka. Mit diesen Kapiteln konnte mich die Autorin absolut begeistern.

Die Geschichte in der Gegenwart konnte mich leider nicht richtig überzeugen. Mir war Elli als Protagonistin viel zu blass und wenig greifbar, dass ich ehrlich gesagt froh war, wenn es wieder in die Vergangenheit oder um Viktorka ging. Hier hatte die Geschichte sehr viel Potenzial und bietet spannende Inhalte zum drüber nachdenken und austauschen. Insbesondere mochte ich hier die feministischen Aspekte, aber noch mehr die gesellschaftlichen Themen, sowie die Figurenbetrachtung und Darstellung. Da gab es einige kluge und detailgenaue Betrachtungen, über die man sich toll austauschen könnte.

Im Gegenwartsstrang um Elli wurde die Geschichte im Verlauf auch stellenweise von einem Roman zu einer Erzählung des magischen Realismus. In einer Szene, in der Elli sich im Wald verläuft, war es mir dann allerdings etwas zu viel und wirkte zu gestellt und konfus. Insgesamt will das Buch inhaltlich sehr viel, aber ich finde, dass dadurch manche wichtige Themen zu wenig Tiefe bekommen haben, was wirklich schade war.