Schmerzhafte und berührende Reise in die eigene Vergangenheit
Auch in ihrem neuen Buch gibt Jarka Kubsova Frauen, die nicht in Vergessenheit geraten sollten, eine Stimme. Drei Frauen aus unterschiedlichen Zeiten stehen im Fokus von "Im Licht des neuen Tages": Da ist einmal Elli, eine Schriftstellerin, die sich gerade in einer Schreib- und Lebenskrise befindet. Sie flüchtet aus der Stadt in den Wald, um zur Ruhe zu kommen. Zurückgeworfen auf sich selbst, drängt sich die Fluchterfahrung ihrer Kindheit immer mehr in ihr Bewusstsein. Ellis Familie flüchtete vor der Öffnung des Eisernen Vorhangs aus der früheren Tschechoslowakei nach Deutschland. Zurück blieb die Oma, zu der Elli ein besonders inniges Verhältnis hatte. Bei der Verarbeitung ihrer Trauer drängt sich immer mehr ein Buch in ihr Bewusstsein, dass ihr die Oma stets vorgelesen hat: "Die Großmutter" von Bozena Nemcová. Auch heute noch ist diese Erzählung eines der meistgelesenen Bücher des tschechischen Raumes. In diesem Buch berichtet Bozena von Viktorka, der angeblich Verrückten, die ihr Kind im Fluss ertränkt hat. Beide Frauengestalten lassen Elli nicht mehr los. Und so begibt sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit. Ihr Wunsch, mehr über Viktorka zu erfahren und diese zu rehabilitieren, treibt sie zurück nach Tschechien. Und dort, in den Wäldern des Riesengebirges, findet Elli nicht nur die Wahrheit über Viktorka heraus, sondern auch zu sich selbst.
Jarka Kubsova schreibt wie gewohnt flüssig und fesselnd. Ihre Biographie lässt vermuten, dass sie in der Gestalt der Elli auch autobiographisch Erlebtes verschriftlich.
Jarka Kubsova schreibt wie gewohnt flüssig und fesselnd. Ihre Biographie lässt vermuten, dass sie in der Gestalt der Elli auch autobiographisch Erlebtes verschriftlich.