Wald und Vergangenheit

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duckyputz Avatar

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Elli ist Schriftstellerin und leidet an einer Schreibblockade. Nachdem ihre Tochter ausgezogen ist und die Beziehung zu ihrem Partner schwierig wird, zieht sie in ein abgelegenes Haus im Wald. Dort beschäftigt sie sich mit den Geschichten ihrer Großmutter, vor allem mit der Sagenfigur Viktorka. Sie reist nach Tschechien, wo sie als Kind mit ihrer Familie gelebt hat, und stellt sich dabei ihrer Vergangenheit.
Die Sprache ist ruhig, bildhaft und stark von der Natur geprägt. Elli ist als Figur gut nachvollziehbar. Sie will stark sein, zweifelt aber an sich und kann schwer loslassen. Je mehr man über ihre Herkunft erfährt, desto verständlicher werden ihre Reaktionen. Auch Themen wie Heimat, Scham über das Verlassen des eigenen Landes und die Frage, sich selbst zu verzeihen, werden einfühlsam behandelt. Die Verbindung zwischen Elli und Viktorka ist stimmig, beide Frauen haben mit ähnlichen Schwierigkeiten zu tun. Nebenbei wird gezeigt, wie wenig Möglichkeiten Frauen früher ohne Mann hatten.
Weniger gelungen fand ich, dass die beiden ineinander verschachtelten Erzählungen stellenweise verwirrend sind. An manchen Stellen war mir nicht klar, was real ist und was geträumt. Wer ein Buch mit klarem Handlungsverlauf und viel Tempo sucht, wird hier eher nicht fündig. Der Roman braucht Ruhe und Aufmerksamkeit. Es ist: Ein leiser, atmosphärischer Roman über Herkunft und Selbstfindung, der trotz einiger unklarer Passagen im Gedächtnis bleibt.