zu mystisch, zu wenig sichtbar

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coffee2go Avatar

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Der Roman hat mich aufgrund des Gesamtpaketes aus wunderschönem Cover, spannendem Titel und interessanten Inhalten zuerst angesprochen. Der Schreibstil war allerdings nicht mein Fall, ich musste mich zu Beginn ziemlich mühsam an den ausschmückenden und abschweifenden Stil gewöhnen und hatte Mühe, mich emotional in die Geschichte hineinzuversetzen, da Elli beschreibend, fast ohne Emotionen schildert. Elli befindet sich in einer Schreibkrise, ihre Tochter ist vor kurzem ausgezogen, der Partner wird gerade hinterfragt und somit hofft sie sich in einem abgelegenen Haus im Wald nicht nur Ruhe, sondern auch neue Ideen und Inspirationen für ihr Buch und ihr weiteres Leben. Die Beschreibung der Naturgegebenheiten war mir zu umfangreich im Vergleich zu den emotionalen Szenen, die mir zu kurz kamen. Die märchenhaften Aspekte und die Fantasieanregungen konnten mich nicht fesseln, sondern haben eher abgelenkt und gestört. Die Suche nach der eigenen Vergangenheit in Tschechien hätte für mich ausführlicher sein können, denn die Schicksale von Frauen, auch fast vergessene aus der vergangenen Zeit, finde ich wertvoll und äußerst spannend.
Der Roman hat mir viel Geduld abverlangt, damit ich bis zum Schluss durchhalten konnte. Mir waren die mystischen Elemente zu surreal und überbetont und die für mich historisch bedeutsamen, biografischen Elemente aus Ellis Vergangenheit und von ihren Vorfahren viel zu kurz gegriffen. Auch Elli wurde erst mit der Zeit nahbarer und vielschichtiger, sie war zu Beginn fast unsichtbar.