Düster und von Beginn geheimnisvoll und fesselnd

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antjep78 Avatar

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Der Ausschnitt aus „Im Morgengrauen“ zieht sofort in seinen Bann. Marc Raabes Schreibstil ist wie immer von Anfang an packend und schafft sofort eine düstere und geheimnisvolle Atmosphäre. Die Erzählform in der dritten Person ermöglicht es, sowohl die inneren Konflikte der Protagonistin Kessy X als auch die äußeren Umstände, die sie umgeben, zu beleuchten. Kessys Zerrissenheit zwischen dem Drang, das Richtige zu tun, und den Ängsten, die sie zurückhalten, wird aus meiner Sicht sehr gut dargestellt. Schon jetzt lässt sich erahnen, dass Kessy eine komplexe Figur ist, die aber sympathisch und authentisch rüberkommt. Die Zeitstruktur ist nicht-linear, da der Text zwischen Kessys gegenwärtigen Gedanken und Rückblicken auf ihre Vergangenheit wechselt. Im Zentrum der Handlung steht das mysteriöse Verschwinden von Bundeskanzler Henrik Westphal. Auch acht Tage danach herrscht im Kanzleramt unter dem intern als "Tag null" bezeichneten Ereignis der Ausnahmezustand.
Die Beschreibung des schneebedeckten Berlins ist düster und gibt dem Leser einen Einblick in die emotionale Isolation der Charaktere. Schon bei dem kurzen Ausschnitt wird klar, wohin die Reise gehen wird: Es geht mit Sicherheit um Schuldzuweisungen, Manipulation durch soziale Medien und Netzwerken und um die Suche, nach der Wahrheit. Ich bin gespannt, welche Rolle der BKA Ermittler Art Mayer und sein Schützling Mila einnehmen werden. Es wird wieder spannend…