Wenn die Vergangenheit wieder zuschlägt
Marc Raabe und Art Mayer – das ist für mich inzwischen eine dieser Reihen, bei denen ich gar nicht mehr lange überlegen muss. Ich habe alle bisherigen Bände gelesen und war entsprechend neugierig, wie es mit Art, Nele und diesem ganz eigenen Mix aus persönlicher Vergangenheit, politischer Spannung und düsterem Ermittlungsfall weitergeht.
Der Einstieg in „Im Morgengrauen“ ist sofort typisch Raabe: filmisch, schnell, unruhig – und mit einem starken Aufhänger. Eine junge Frau veröffentlicht unter dem Namen Kessy X Videos, in denen sie schwere Vorwürfe gegen den Bundeskanzler erhebt. Kurz darauf verschwindet Henrik Westphal spurlos. Dazu kommt eine Leiche im Berliner Untergrund, und schnell ist klar: Das ist kein gewöhnlicher Fall, sondern eine Geschichte, in der persönliche Schuld, Macht, öffentliche Deutungshoheit und politische Krise gefährlich ineinandergreifen. Die Vorablesen-Seite beschreibt genau diesen Plotkern: virale Videos, ein verschwundener Kanzler, eine entstellte Leiche im U-Bahntunnel und Art Mayer, der selbst ins Visier gerät.
Besonders stark finde ich schon in der Leseprobe die Atmosphäre. Schnee, Morgengrauen, Berlin im Ausnahmezustand – das wirkt nicht nur wie Kulisse, sondern wie ein Druckverstärker. Raabe schafft es erneut, dass man relativ schnell das Gefühl hat: Hier ist etwas viel Größeres im Gange als nur ein einzelner Mordfall. Das Faulkner-Zitat zu Beginn – „Das Vergangene ist nie tot. Es ist nicht einmal vergangen.“ – passt dafür sehr gut, weil die Reihe ohnehin stark davon lebt, dass Arts Vergangenheit nie sauber abgeschlossen ist.
Auch Art Mayer funktioniert für mich wieder sofort. Er ist kein glatter Ermittler, sondern jemand mit Brüchen, Bindungen, Schuldgefühlen und Altlasten. Die Szenen mit Milla haben mir besonders gefallen, weil sie dem Thriller eine menschliche Ebene geben, ohne das Tempo herauszunehmen. Diese Mischung aus Härte im Fall und Verletzlichkeit im Privaten ist für mich einer der Gründe, warum ich der Reihe bisher treu geblieben bin.
Nele Tschaikowski bekommt ebenfalls direkt wieder Kontur: privat unter Druck, beruflich scharf, innerlich angespannt. Das gefällt mir, weil Raabe seine Figuren nicht nur als Ermittlungsmaschinen benutzt, sondern sie mit privaten Konflikten in den Fall hineinschickt. Gerade dadurch wirkt die Geschichte lebendiger.
Mein erster Eindruck: Das könnte wieder ein sehr starker Band der Art-Mayer-Reihe werden. Der Fall hat Relevanz, Tempo und Aktualität – Social Media, politische Skandalisierung, Machtfragen, öffentliche Narrative. Gleichzeitig bleibt Raabe bei dem, was seine Thriller für mich ausmacht: kurze Szenen, klare Spannungshaken, ein sehr visuelles Erzählen und Figuren, bei denen man wissen will, wie weit sie diesmal gehen müssen.
Nach der Leseprobe bin ich jedenfalls drin. Und als jemand, der alle bisherigen Bände gelesen hat, habe ich genau das bekommen, worauf ich gehofft hatte: vertraute Figuren, aber kein bloßes Wiederholen alter Muster – sondern eine Eskalation auf größerer Bühne.
Der Einstieg in „Im Morgengrauen“ ist sofort typisch Raabe: filmisch, schnell, unruhig – und mit einem starken Aufhänger. Eine junge Frau veröffentlicht unter dem Namen Kessy X Videos, in denen sie schwere Vorwürfe gegen den Bundeskanzler erhebt. Kurz darauf verschwindet Henrik Westphal spurlos. Dazu kommt eine Leiche im Berliner Untergrund, und schnell ist klar: Das ist kein gewöhnlicher Fall, sondern eine Geschichte, in der persönliche Schuld, Macht, öffentliche Deutungshoheit und politische Krise gefährlich ineinandergreifen. Die Vorablesen-Seite beschreibt genau diesen Plotkern: virale Videos, ein verschwundener Kanzler, eine entstellte Leiche im U-Bahntunnel und Art Mayer, der selbst ins Visier gerät.
Besonders stark finde ich schon in der Leseprobe die Atmosphäre. Schnee, Morgengrauen, Berlin im Ausnahmezustand – das wirkt nicht nur wie Kulisse, sondern wie ein Druckverstärker. Raabe schafft es erneut, dass man relativ schnell das Gefühl hat: Hier ist etwas viel Größeres im Gange als nur ein einzelner Mordfall. Das Faulkner-Zitat zu Beginn – „Das Vergangene ist nie tot. Es ist nicht einmal vergangen.“ – passt dafür sehr gut, weil die Reihe ohnehin stark davon lebt, dass Arts Vergangenheit nie sauber abgeschlossen ist.
Auch Art Mayer funktioniert für mich wieder sofort. Er ist kein glatter Ermittler, sondern jemand mit Brüchen, Bindungen, Schuldgefühlen und Altlasten. Die Szenen mit Milla haben mir besonders gefallen, weil sie dem Thriller eine menschliche Ebene geben, ohne das Tempo herauszunehmen. Diese Mischung aus Härte im Fall und Verletzlichkeit im Privaten ist für mich einer der Gründe, warum ich der Reihe bisher treu geblieben bin.
Nele Tschaikowski bekommt ebenfalls direkt wieder Kontur: privat unter Druck, beruflich scharf, innerlich angespannt. Das gefällt mir, weil Raabe seine Figuren nicht nur als Ermittlungsmaschinen benutzt, sondern sie mit privaten Konflikten in den Fall hineinschickt. Gerade dadurch wirkt die Geschichte lebendiger.
Mein erster Eindruck: Das könnte wieder ein sehr starker Band der Art-Mayer-Reihe werden. Der Fall hat Relevanz, Tempo und Aktualität – Social Media, politische Skandalisierung, Machtfragen, öffentliche Narrative. Gleichzeitig bleibt Raabe bei dem, was seine Thriller für mich ausmacht: kurze Szenen, klare Spannungshaken, ein sehr visuelles Erzählen und Figuren, bei denen man wissen will, wie weit sie diesmal gehen müssen.
Nach der Leseprobe bin ich jedenfalls drin. Und als jemand, der alle bisherigen Bände gelesen hat, habe ich genau das bekommen, worauf ich gehofft hatte: vertraute Figuren, aber kein bloßes Wiederholen alter Muster – sondern eine Eskalation auf größerer Bühne.