Art unter Verdacht - Spannung pur!

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Mit großer Vorfreude habe ich den vierten Band der Reihe rund um Art Mayer und Nele Tschaikowski erwartet, waren die ersten drei Bände doch jedes Mal echte Page-Turner. Konnte „Im Morgengrauen“ meine Erwartungen erfüllen?

Zu Beginn auf jeden Fall!
Der Bundeskanzler ist verschwunden, und bei der Suche nach ihm läuft die Zeit davon. Gleichzeitig kursieren Videos von einer Kessy X, in denen er beschuldigt wird, übergriffig gewesen zu sein. Dann wird eine weibliche Leiche in einem Berliner U-Bahnschacht gefunden. Art und Nele ermitteln – doch plötzlich wird Art selbst des Mordes am Bundeskanzler verdächtigt.

Marc Raabe versteht es, von Anfang an Spannung zu erzeugen, die bis zum Ende kaum nachlässt. Zum einen ist da sein filmischer Erzählstil: Man fühlt sich nah an den Figuren und wird unmittelbar in das Handlungsgeschehen hineingezogen. Ohne sich lange mit Nebensächlichkeiten oder ausufernden Personen- und Umgebungsbeschreibungen aufzuhalten, entfaltet sich die Geschichte direkt vor den Augen der Lesenden. Cliffhanger, wechselnde Perspektiven, Zeitsprünge und überraschende Wendungen tragen dazu bei, dass die Spannung konstant hoch bleibt. Zum anderen ist die Handlung klug konstruiert und bietet einen ausgewogenen Mix aus Action, Ermittlungsarbeit und den Alltagsproblemen der Figuren.

Zur Mitte hin geht jedoch etwas vom Erzähltempo und von der Spannung verloren. Zudem droht die Handlung an manchen Stellen, sich in eine etwas zu überdrehte Richtung zu entwickeln. Zum Ende hin gelingt es dem Autor glücklicherweise, wieder die Kurve zu bekommen, und er wartet mit einem überzeugenden Finale auf.

Auch mit „Im Morgengrauen“ liefert Raabe einen fesselnden und intelligenten Thriller, der nicht nur für Fans der Reihe lesenswert ist.