Atemlose Spannung und ein grandioses Finale

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gormflath Avatar

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Schon seit Wochen geistern Videos durchs Netz, die eine Affäre des Bundeskanzlers Henrik Westphal belegen sollen. Dann verschwindet der Kanzler plötzlich spurlos. Die Suche nach der mysteriösen jungen Frau mit dem Eulen-Tattoo gestaltet sich als äußerst schwierig, bis die BKA-Ermittler Art Mayer und seine Kollegin Nele Tschaikowski in einem düsteren U-Bahn-Schacht auf eine entstellte Leiche stoßen.
Als dann noch Juli, Kanzlergattin und zugleich Art Mayers große Jugendliebe, ins Spiel kommt, entwickeln sich die Ermittlungen zu einem regelrechten Albtraum. Autor Marc Raabe schafft es auch im 4. Band der Art-Mayer-Serie mit zahlreichen Wendungen immer wieder neue glaubhafte Szenarien zu entwerfen und ein rasantes Tempo vorzulegen.
Als dann auch noch Art Mayer selbst ins Visier der Ermittler gerät und gleich seine Kollegin Nele von den Ermittlungen abgezogen wird, kann man den hochgradig spannenden Thriller gar nicht mehr aus der Hand legen. Als Leser*in kann man lange nicht zwischen Wahrheit, Manipulation und Fake unterscheiden und lässt sich auf einen perfekt konstruierten Pageturner ein, in dem politische Macht, Dynamiken aus dem Social-Media-Bereich sowie emotionale Empfindungen abwechseln und nicht nur für eine atemberaubende Spannung, sondern zum Teil auch für Beklemmung sorgen.
Ermittler Art Mayer muss sich einmal mehr fragen, wem er überhaupt noch vertrauen kann. Die Protagonisten aus den drei vorangegangenen Bänden, allen voran Leo Tempel, Milla und Martin Buchwald fühlen sich inzwischen wie gute Bekannte an – aber auch, wer die Vorgängerbände nicht gelesen hat, ist schnell mitten im Geschehen, da die Zusammenhänge gut nachvollziehbar bleiben.
Durch den angenehm flüssigen Schreibstil des Autors, kurze Kapitel und immer wieder neue Entwicklungen bleibt der Thriller unendlich spannend. Das Umfeld und persönliche Verbindungen der Protagonisten verleihen dem Thriller zusätzlich Tiefe, faszinierend finde ich auch, wie Raabe es schafft, Politik und Macht mit der persönlichen Vergangenheit der Ermittler zu verknüpfen.
Leider scheint die Reihe nach dem 4. Band zu enden. Gegen ein Wiedersehen mit Art Mayer und Nele Tschaikowski hätte ich absolut nichts einzuwenden.