Spannend
Simone Weinmann entwirft ein faszinierendes, hochaktuelles Dystopie-Szenario, das sofort durch seine beklemmende und zugleich poetische Prämissen besticht. Die Idee einer Menschheit, die den Winter in einem staatlich und technologisch verordneten Dornröschenschlaf verbringt, bildet den idealen Nährboden für drängende Fragen nach Selbstbestimmung, KI-Kontrolle und menschlicher Entfremdung. Besonders spannend wirkt die Verwischung der Grenzen zwischen dem isolierten Hotel-Exil und dem immersiven Mars-Computerspiel. Isas Suche nach Sinn und Orientierung in einer von Algorithmen gesteuerten Realität verspricht eine psychologisch präzise und atmosphärisch dichte Erforschung unserer eigenen Gegenwart. Ein visionärer, nachdenklich stimmender Roman für alle, die kluge Science-Fiction mit literarischem Tiefgang schätzen.