Einsamkeit - sieht so unser Zukunft aus?

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Zunächst einmal hat mir das Cover mit dem matten Glanzeffekt total gut gefallen. Den Titel finde ich richtig gut gewählt, obwohl er erstmal etwas anderes suggeriert, als wie sich dann in der Story heraus stellt. Dafür ist die Beschreibung zum Mars sehr authentisch und beeindruckend.

Die Geschichte wird aus der Ich-Erzählerperspektive von Isa geschildert. Diese ist vorzeitig aus dem Winterschlaf erwacht. Die Menschheit hält nämlich Winterschlaf, um die Ressourcen der Erde zu schonen. Das aktuelle Weltgeschehen wird einem nach und nach durch kleine Andeutungen vermittelt. Diese sind so feinfühlig eingestreut, dass man jedes Mal auf blickt und gespannt weiter liest. Es sind die kleinen Abweichungen zu der aktuellen Wirklichkeit, wie z. B. Sandwiches mit gepressten Algen- oder Insekteneiweiß mit Senf. Und irgendwann realisiert der Leser, wie gravierend die Welt sich geändert hat: Scifiction oder irgendwann unsere Zukunft? Themen wie Regierung der KI, Energiemangel, zusammengebrochener Golfstrom, Abhängigkeit von Cyberspielen und Verschwörungstheorien zeichnen eine gruselige Welt. Sie sind für die Protagonisten Alltag, werden auch nicht hinterfragt und zunächst gleichgültig akzeptiert.

Interessiert hätte mich auch noch der von Isa erlebte Unfall und ihre Rückenschädigung, auf was jedoch nur Bruchstückchenhaft eingegangen wird und Raum für Vermutungen lässt. So entsteht der Eindruck, dass auch die Medizin einen enormen Sprung gemacht hat. Darauf deutet auch ein Hinweis auf künstliche DNA beim Menschen hin.

Das Buch regt sehr zum Nachdenken an, durch die Bruchstückchen die uns über eine mögliche künftige Welt vor Augen geführt wird. Dabei passiert nicht sehr viel Handlung und trotzdem ist die Dystopie so gut und selbstverständlich dargestellt. Damit hat es auch etwas von einem cozy Winterroman, weil die Welt im Winter zur Ruhe kommt und die Menschenheit in Schlaf verfällt, während draußen wieder Schnee herrscht.

Das Buch lässt viel Raum für Interpretation und macht es damit so wertvoll. Das Ende finde ich sehr gelungen und stimmig, möchte aber nicht zu viel verraten.