Für Fans von "The Matrix" und "Inception"

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Winterschlaf? Ja bitte! Die dunklen Monate kuschelig eingerollt verpennen und erst dann wieder aufwachen, wenn die Krokusse blühen!

So stellte ich mir das vor. Bis ich diesen Roman las.

Simone Weinmann: Im Winterschlaf besuche ich den Mars. Ecco Verlag, 27. Oktober 2026, 226 Seiten.

Es ist Winter in einer namenlosen Stadt und in einer nicht allzu fernen Zukunft. Die Menschheit hat den Planeten weitgehend zerstört. Nach dem Zusammenbruch des Golfstroms und einer globalen Energiekrise regelt die KI und trifft Maßnahmen zum Energiesparen. Eine davon ist der obligatorische menschliche Winterschlaf. Und der ist nicht ansatzweise so kuschelig wie in meiner Vorstellung:

„Der Schlaf der Menschen in der Stadt um uns hat etwas Erdrückendes. Es ist, als könnte man ihn ständig fühlen.“

Isa sagt das. Sie ist zu früh aufgewacht, als eine von sehr wenigen. Für den Rest des Winters ist sie in einem trostlosen Hotel untergebracht. Dort flüchtet sie vor der Leere der schlafenden Welt in ein immersives Computerspiel, das per KI mit ihrem Gehirn verbunden ist und sie auf den Mars bringt. Dort wird sie zu Oksana, die eine Mission hat: Die Besiedelung des roten Planeten voranbringen. Oksana hat einen durchtrainierten Körper, anders als Isa, deren Bewegungsapparat seit einem Unfall eingeschränkt ist.

Isa verbringt immer mehr Zeit in Oksanas Körper und wird süchtig nach dem Spiel. Bis dort jemand aus ihrem echten Leben auftaucht.

Die dystopische Welt in „Im Winterschlaf besuche ich den Mars“ hat mich von der ersten Seite an gepackt. Die Autorin hat einen filmischen Schreibstil im Sinne von „The Matrix“ und „Inception“. Sie schafft lähmende Tristesse, präzise Details, eindrucksvolle Orte und eine durchgehende Spannung. Ich habe gefröstelt beim Lesen, vor Kälte, aber auch, weil das Szenario immer unheimlicher wurde:

„Alles sieht verbraucht aus, sogar das Licht, das durch die Fenster dringt, die Tischdecke, die Stühle, die Wände. Als wäre das hier eine Welt, die wir längst hätten zurücklassen sollen, aus der wir den Absprung verpasst haben.“

Das bedrückendste Thema des Romans war für mich aber der Verlust des Winters als Teil des Jahreszyklus. So gern ich mich manchmal einrollen möchte von November bis März – auf die Zeit der inneren Einkehr, der Begegnung mit der Familie und der langen Nächte möchte ich nun doch nicht mehr verzichten.

Große Empfehlung für alle, die philosophische Romane mit Spannung und dystopischen Sci-Fi-Elementen mögen!