Gelungene Dystopie

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Simone Weinmann: Im Winterschlaf besuche ich den Mars

Dieser dystopische Roman beschreibt eine Welt, in der Menschen Winterschlaf halten um Ressourcen zu sparen. Die Protagonistin wacht jedoch zu früh auf und kann nicht mehr einschlafen. Daraufhin wird sie in ein Hotel gebracht, in dem es noch weitere Menschen gibt, denen das gleiche passiert ist. Leider erhält sie keinerlei Erklärung über die Situation und alles scheint ein großes Geheimnis zu sein, über das nicht geredet werden darf. Zwischen Neugier und Resignation versucht sie, auf unterschiedliche Arten mit der Ungewissheit umzugehen, während immer mehr merkwürdige Dinge passieren. Mehr möchte ich an dieser Stelle zum Inhalt gar nicht schreiben, denn ich finde, man profitiert sehr davon, wenn man sich ohne zu viele Erwartungen auf das Buch einlässt.

Als Lesende erfahren wir dann Stück für Stück etwas mehr über die Gegebenheiten dieser nicht allzu fernen Zukunft, doch es bleiben – wie es bei Dystopien ja oft der Fall ist – einige Hintergründe unklar. Stellenweise fand ich das etwas störend, es regt allerdings auch sehr dazu an, sich Gedanken zu machen und genau wie die Protagonistin die lückenhafte Informationslage auszuhalten.

Generell ist die Stärke des Buches meiner Meinung nach, dass es über die Lektüre hinaus Fragen aufwirft: wie wir leben wollen, welchen Einfluss wir Technologien und besonders KI über unser Leben erlauben wollen, was Freiheit bedeutet und was das Menschsein ausmacht.

Es ist ein leiser Roman, der dennoch eine große Wirkung entfaltet und mich trotz kleinerer logischer Schwächen überzeugen konnte.