Verlier dich nicht

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Für mich war das Buch eine spannende und bedrückende Dystopie mit Science Fiction-Elementen, ganz unaufgeregt erzählt.
In der hier entworfenen Zukunft hat die Große KI die Steuerung des Überlebens der Menschheit und ihres gesellschaftlichen Zusammenlebens übernommen und reguliert alles streng. Alle halten Winterschlaf, nur Isa erwacht zufällig einige Wochen zu früh. Sie wird in ein Hotel zu einer Handvoll Leidensgenossen gebracht. Doch dort häufen sich beunruhigende Ereignisse: Mitbewohner verschwinden aus dem Hotel und in dem durch Nanoroboter in ihrem Kopf gesteuerten "Neuro-Spiel", in dem sie mit undurchsichtigen, KI-generierten Figuren eine Marskolonie bewohnt, beginnt auf verstörende Weise die Realität mit der Illusion zu verschmelzen.
Ich mochte die Atmosphäre, das Worldbuilding in der Realität sowie auf dem Mars und die klare, unaufgeregte Erzählweise. Nur das Ende bzw. das Fehlen einer Auflösung der meisten offenen Fragen hat mich enttäuscht.
Der Roman bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte, um über Themen wie KI, Technologie und Menschlichkeit, Immersion und Gaming, globales gesellschaftliches Zusammenleben und die Frage von Überwachung und Macht nachzudenken. Die Story ist schlüssig und spannend, die Atmosphäre einsam, introvertiert und latent beunruhigend. Für mich war es ein gutes Herbstbuch, das ich gerne weiterempfehle.