Solide, aber nicht durchgehend

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Immortal Longings von Chloe Gong ist ein ambitionierter Fantasyroman, der mit einer spannenden Grundidee und einem düsteren Setting überzeugt, aber nicht in allen Bereichen sein volles Potenzial ausschöpft.

Die Welt, die Gong erschafft, ist faszinierend: Körpertausch als Machtinstrument, politische Intrigen und ein brutales Spiel ums Überleben bilden das Zentrum der Handlung. Besonders die Atmosphäre ist dicht und oft beklemmend – man spürt ständig, dass Gefahr in der Luft liegt. Auch die moralischen Grauzonen der Figuren sind ein klarer Pluspunkt, da sie die Geschichte komplexer und weniger vorhersehbar machen.

Allerdings bleibt die emotionale Bindung zu den Charakteren stellenweise auf der Strecke. Trotz interessanter Ansätze wirken einige Figuren etwas distanziert oder schwer greifbar, sodass ihre Entscheidungen nicht immer die gewünschte Wirkung entfalten. Zudem kann die Handlung zwischendurch etwas zäh wirken, insbesondere wenn politische Erklärungen den Lesefluss bremsen.

Der Schreibstil ist solide und atmosphärisch, aber nicht immer so mitreißend, wie man es sich bei der intensiven Prämisse wünschen würde. Einige Passagen hätten von mehr Dynamik oder emotionaler Tiefe profitiert.

Insgesamt ist Immortal Longings ein kreativer und vielversprechender Auftakt mit starken Ideen, der jedoch in der Umsetzung nicht durchgehend überzeugt. Empfehlenswert für Leser*innen, die komplexe Welten und politische Fantasy schätzen – auch wenn man hier und da etwas Geduld mitbringen muss.

Fazit: Eine spannende, aber nicht ganz ausgeschöpfte Geschichte mit großem Potenzial – gute 3 von 5 Sternen.