Wow, was für ein Auftakt!

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dieunterhoferin Avatar

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Das wunderschöne Cover hat mich gleich als erstes angesprochen. Der Klappentext hat mich dann bewogen die Leseprobe zu lesen. Diese hat mich dann von Anfang an in den Bann gezogen und gefesselt!
Bereits der Prolog ist voll von Informationen und liefert einen Einblick in das Leben in Imperia. Es ist eine dystopische Welt, in der einerseits nukleare Kämpfe die Welt zugrunde gerichtet haben, und andererseits ein Virus später alle Männer ausgelöscht hat. Es handelt sich also um eine Welt, in der nur Frauen leben und herrschen, sie sind stark, widerstandsfähig und effizient - perfekte Kriegerinnen, denen Gefühle von klein an abtrainiert werden. Auch in den weiteren Kapitel liefern immer mehr Eindrücke und Einblicke in den Alltag. Die 10 Ceptas von Imperia sind Gebote, die nicht hinterfragt, sondern einfach befolgt werden müssen. Wer nichts ins System von Imperia passt (weil vermeintlich zu schwach oder zu systemkritisch ist), landet als Ausgestoßene im Randbezirk.
Yara ist die Tochter von Timere, der Anführerin, und eine exzellente Kämpferin. Ein liebevolles Verhältnis zwischen Mutter und Tochter gibt es nicht. Nur durch Leistung lässt sich ihre Mutter zu minimalsten Zuneigungen ihrere Tochter gegenüber "herab". Prüfungen haben um jeden Preis bestanden zu werden; das musste Yara auf schmerzliche Weise schon früh lernen.
Yaras beste Freundin ist Tohru. Sie ist zwar auch eine Kämpferin, aber stammt aber aus einem anderen Stadteil vom Imperia. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist vertraut und liebevoll. Tohru ist auch systemkritisch. Eigentlich hätte Yara sie dafür längst melden müssen, hat das aber nie getan.
Allmählich tauchen in Yara auch vermehrt "störende Gedanken und verbotene Gefühle" auf; sie zwingt sie diese Zweifel aber nieder, da sie nicht mit dem, was ihr von klein auf eingebläut wurde, zusammenpassen. Ich finde es aber schön zu sehen, dass Yara durchaus noch Menschlichkeit und reflektiertes Denken ist sich hat.
Die Geschichte spitzt sich schließlich in Kapitel 3 zu, als auf Befehl von oben - nämlich entweder Yaras Mutter, oder deren Generalin Dolores - beim Training ein Kampf zwischen Yara und Tohru auf Leben und Tod angeordnet wird. Tohru weigert sich und lässt ihren Frust und Hass auf das System heraus, wohlwissend dass sie dafür in den Randbezirk kommt. Bevor sie von den Stodias, den Wachen, abgeführt wird, appelliert sie an ihre Kameradinnen, nicht so dumm zu sein das ganze System als normal zu erachten. Yara ist währenddessen wie versteinert, doch auch ihre Weltanschauung bekommt Risse. Yara schafft es noch, ihrer Freundin das stumme Versprechen "Ich finde dich" zu geben.

Die Leseprobe war einfach nur mega spannend und mitreißend! Die Spannung ist von der erste Seite an gegeben, und hat kaum nachgelassen. Den Schreibstil (POV aus Yaras Sicht) finde ich passend zur Geschichte. Die Charaktere sind toll beschrieben und lösen gleich Emotionen beim Lesen aus.
Ich hätte am liebsten gleich weitergelesen!