Nachkriegszeit in Hamburg

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ulgu1978 Avatar

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Carmen Korns neuester Roman spielt in der Zeit von 1946 bis 1955. Wir lernen Gisela und Gert kennen, zwei junge Leute, die auf der Suche nach ihren Familien sind. Beide finden in dem zerbombten Hamburg Unterschlupf in Friedes Keller.
Man spürt, dass es anfangs um das nackte Überleben in den Trümmern geht. Es wird gehamstert, auf dem Schwarzmarkt gefeilscht und versucht, die Kriegserlebnisse zu vergessen.
Und wie im richtigen Leben freuen sich die einen über einen Kanten Brot und die anderen überlegen, wo sie ihre Austern schlürfen können.
Insgesamt eine realistische Schilderung aus dieser Zeit mit Verlierern und Gewinnern.
Allerdings reicht dieser Roman nicht an die bisherigen von Carmen Korn heran. Durch die vielen verschiedenen Personen und die innerhalb eines Kapitels mehrmals wechselnden Protagonisten ist es nicht immer leicht, der Geschichte zu folgen. Ein Personenregister wäre hilfreich gewesen. Zudem wird oftmals erst nach mehreren Sätzen klar, von wem gerade die Rede ist. Auch bleiben die Figuren merkwürdig blass und es fällt schwer, Sympathien für sie zu entwickeln. Deshalb kann ich das Buch nur eingeschränkt empfehlen.