Super schönes Buch

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sophie_books Avatar

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Als ich das Buch zum ersten Mal gesehen habe, hat mich das Cover sofort angesprochen. Die sanften Farben und die schlichte Gestaltung wirken ruhig und hoffnungsvoll – ein schöner Kontrast zur schweren Thematik der Nachkriegszeit. Der Titel stellt eine Frage, die mich sofort neugierig gemacht hat: Kann aus Trümmern wirklich etwas Neues entstehen? Schon dadurch hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte emotional tief gehen würde.

Beim Lesen wurde ich nicht enttäuscht. Die Autorin beschreibt Hamburg im Winter 1946 eindringlich und atmosphärisch dicht. Ich konnte die Kälte, die Erschöpfung und die Unsicherheit der Menschen fast körperlich spüren. Besonders gelungen fand ich, wie sie die schwierigen Lebensbedingungen zeigt, ohne das Buch zu düster oder hoffnungslos werden zu lassen. Kleine Gesten der Menschlichkeit – ein geteiltes Essen, ein Lächeln, ein Moment des Verstehens – geben der Geschichte immer wieder Licht.

Die Figuren haben mich sehr berührt. Gert und Gisela wirken authentisch und nachvollziehbar in ihrer Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit. Ihre vorsichtige Annäherung hat mich besonders bewegt, weil sie nicht kitschig dargestellt wird. Auch die ehemalige Schauspielerin Friede Wahrlich ist eine wunderbar komplexe Figur: warmherzig, aber geprägt von ihrer Vergangenheit. Sie hätte meiner Meinung nach sogar noch mehr Raum bekommen können.

Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen. Er ist einfühlsam, aber nicht überladen, und viele der Beschreibungen wirken fast poetisch. Lediglich in der Mitte des Buches gab es einige Passagen, die für meinen Geschmack etwas länger geraten sind. Insgesamt bleibt die Sprache aber angenehm und berührend.

Interessant war das Buch für mich vor allem wegen der Mischung aus historischen Fakten und menschlichen Schicksalen. Die Autorin versteht es, Geschichte lebendig zu machen, ohne belehrend zu wirken.

Ich empfehle das Buch allen, die berührende, atmosphärische Geschichten mögen, die Mut, Verlust und Neubeginn miteinander verbinden. Es ist ein stilles, aber kraftvolles Buch – eines, das noch nach dem Lesen nachhallt.