Aufwühlend
Die amerikanische Autorin Emma Cline hat mit ihrem Roman „In die Schweiz“ einen aufwühlenden Roman über die letzte Reise eines Mannes geschrieben, der mich sehr bewegt hat. David Hastings ist der Protagonist ihres Romans, ein Mann, der eine große berufliche Karriere hatte und aufgrund seiner immer stärker in den Vordergrund drängenden Demenz beschließt in die Schweiz zu fliegen und dort mit Hilfe einer Sterbegesellschaft seinem Leben ein Ende zu bereiten. Damit dies möglich ist, muss er immer noch zum großen Teil im Besitz seiner geistigen Fähigkeiten sein. Nach langem Überlegen hat er seinen Entschluss gefasst und den richtigen Zeitpunkt für sein Ableben gewählt. Da er immer vergesslicher wird, erhält er Unterstützung und Reisebegleitung durch seinen Assistenten. Während seiner letzten Reise besucht er noch seine Tochter um sich von ihr zu verabschieden. So gut wie möglich versucht er seine Demenz zu verbergen, was ihm leider nicht gelingt. Es ist sehr traurig zu lesen, wie die Demenz David verändert. Mit allein möglichen Hilfsmitteln versucht er ihr zu entkommen, was ihm zum Ende hin nicht mehr gelingt. Emma Cline lässt einen tief in die Gedanken und Gefühle ihres Protagonisten tauchen, so dass man ihn und sein Denken und seinen Entschluss gut nachvollziehen kann.