Beklemmend

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ichundelaine Avatar

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In die Schweiz fährt David Hastings, eine letzte Reise bevor ihm der Verstand entgleitet, wie eine Tüte Murmeln auf abschüssiger Straße. Noch ein Mal den Menschen auf Wiedersehen (oder eher Adieu) sagen, die in seinem Leben eine Rolle gespielt haben, besonders dieser eine Freund aus Schulzeiten. Sich zusammenreißen, "dem Jungen" auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sein, die Krankheit verheimlichen - so gut es geht.

Emma Clines dritter Streich hat thematisch mit den Vorgängern nichts zu tun, trotzdem ist ihnen allen diese subtile bedrückende Stimmung und eine dunkle Vorahnung gemein. In diesem Buch, wo ein älterer Mann der Protagonist ist, öffnet sie ein geheimes Fenster in ein Gehirn, welches langsam seine Funktionen einstellt. Diese Perspektive ist besonders und beängstigend, fast schon klaustrophobisch. Dabei kommt für den Protagonisten nur bedingt Mitleid auf, aber Emma Cline will nicht zwingend, dass man mir ihren Figuren Mitleid hat. Vieles aus der Vergangenheit wird angerissen, lose Gedankenfetzen, die über die Seiten ziehen und ein wattiges Gefühl hinterlassen. Man ist ich nach der Lektüre nicht sicher, ob man David Hastings wirklich kennengelernt hat.

In die Schweiz ist das absolute Gegenteil eines Feel-Good Romans, die Stimmung ist deprimierend und düster, aber es erinnert an etwas viel wichtigeres: wir haben nur ein Leben, einen Versuch, es liegt an uns, so zu leben, dass wir diese Erde in Frieden und ohne große Reue verlassen, im Reinen mit den Dingen, die wir getan haben.

Leseempfehlung!