Das Monster, das deine Erinnerungen frisst
Ein Roman Umberto Ecos (Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana) beschäftigte sich mit der Frage, wie man ein verlorenes Gedächtnis wiedergewinnt. Emma Clines Roman hingegen mit der Aussicht eines erfolgreichen und selbst bestimmten Menschen, sein Gedächtnis an das Monster Demenz zu verlieren. Der Weg in die Schweiz wird der Weg in der Tod, das steht ebenso wie das Monster auch gleich sprachlich im Raum. Der "Roman" ist abgehackt, fragmentiert und für den Leser unzusammenhängend. Ein Kunstgriff natürlich, um das Thema angemessen darzustellen - der leider überhaupt nicht funktioniert. Der Roman wirkt lediglich geschwätzig, Fäden werden aufgeworfen, die Cline nicht wieder zusammenführt, vom "quick brown fox" bis zur Eucharistie. Das kann man nicht mehr unter "Kunstgriff" verpacken, das ist schlichtweg platt und zeigt die Überforderung der Autorin durch das Thema.