Die letzte Reise

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mella84 Avatar

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"Besser jetzt abtreten, wo die Welt noch Elemente von Verständlichkeit enthielt."
David ist Mitte 70 und verliert seinen Verstand. Sein letzter Wunsch ist es diese Welt selbstbestimmt zu verlassen. Dafür reist er in die Schweiz und von dieser Reise handelt Emma Clines neues Buch "In die Schweiz".
Mit einfühlsamer Präzision erzählt die Autorin von einem Mann, dessen Verstand immer häufiger abdriftet, der von einem Augenblick auf den anderen nicht mehr weiß, wo er ist und warum er da ist, der sich in seiner Erinnerung verliert und der keine Zeit mehr hat. Der Roman liest sich fast wie ein Protokoll aus Davids Perspektive. Er wird wieder zum Kind, muss immer mehr Befugnisse abgeben und seine stabilsten Erinnerungen, die ihn am längsten begleiten, sind jene aus der Kindheit.
Ich finde es berührend wie schonungslos und gleichzeitig empathisch Emma Cline sich mit dem Thema Demenz auseinandersetzt und vesucht einen Einblick in den zerfallenden Geist eines solchen Menschen zu geben. Der Roman kann dabei helfen, betroffene Personen besser zu verstehen und für diese Erkrankung zu sensibilisieren. Niemand sucht sich so ein Schicksal aus. Der Verlust des Verstandes bedeutet auch einen Verlust an Teilhabe und an dem Wissen um gesellschaftliche Normen und Regeln. Und das führt uns die Autorin gekonnt vor Augen.