Die Vergangenheit, wo er jetzt lebte

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aylin.a Avatar

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David ist an Demenz erkrankt. Gemeinsam mit seinem Assistenten Cody reist er von den USA in die Schweiz. Wir begleiten ihn an seinen letzten Tagen, in denen er seine Tochter und deren Familie auf einem Zwischenstopp in London trifft und immer wieder auch an Personen und Erlebnisse aus seiner Vergangenheit denkt: „Die Vergangenheit, wo er jetzt lebte.“ Besonders oft tragen ihn seine Gedanken zu seinem ehemaligen Zimmerkollegen im Internat, Tom.
Der Roman ist aus Davids Perspektive geschrieben. Durch seine Demenz bleiben viele Erlebnisse und Gedanken bruchstückhaft, setzen sich teilweise zu einem Puzzle zusammen, bleiben teilweise nur angerissen. Immer wieder tauchen auch Wiederholungen auf, Sätze, die sich in Davids Gehirn festgesetzt haben und zugänglicher für ihn sind als die verschwindende Gegenwart.

Mich hat der Roman sehr fasziniert. Emma Cline hat es geschafft, uns mit in Davids „Innenwelt“ zu nehmen, in seine „innere Kammer, in der er sich geborgen, gelassen, gut aufgehoben fühlte“. Ich konnte das Buch nicht in einem Sog lesen, musste es teilweise weglegen, da es nicht immer leicht ist zu lesen, wie es sich anfühlt, wenn die Wirklichkeit um einen herum löcherig wird, sich unsicher anfühlt.