Gänsehaut pur!

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
aschaeff Avatar

Von

Emma Cline erzählt vom letzten Weg eines einst erfolgreichen, nun zunehmend dementen Mannes – seiner letzten Reise in die Schweiz zum assistierten Suizid. So schwer das Thema wiegt, so brillant gelingt es ihr, es literarisch umzusetzen.

Ohne einen herausragenden Plot erzählt Cline fragmentarisch aus Davids Leben, begleitet ihn auf seiner letzten Reise und lässt den Leser den fortschreitenden Verfall schmerzhaft spüren. Zugegeben: Nicht jede Nebengeschichte, nicht jede Anspielung habe ich vollständig verstanden. Doch das hat dem Leseerlebnis keinen Abbruch getan – im Gegenteil, es fügt sich wunderbar in Davids Welt ein, eine Welt, in der Dinge zunehmend keinen Sinn mehr ergeben und Zusammenhänge nicht mehr erkannt werden.

Dieses Buch geht tief, es schmerzt, und es ist kein Roman, den man nebenbei wegschmökern kann. Es hinterlässt ein schweres Gefühl – und gleichzeitig bin ich tief beeindruckt, dass Cline sich diesem Thema literarisch angenommen und es, aus meiner Sicht, hervorragend umgesetzt hat.

Auch das Cover ist sehr gelungen: der sich langsam auflösende Mann greift das Thema des Romans auf eindrückliche Weise wieder auf.

Gänsehaut pur!