Intensiv, beklemmend und sprachlich beeindruckend
Emma Cline nimmt uns mit in den zunehmend brüchigen Verstand von David Hastings, der an Demenz erkrankt ist und in die Schweiz reist, um dort selbstbestimmt zu sterben. Schon diese Ausgangslage macht klar, dass In die Schweiz keine leichte Lektüre ist und tatsächlich hat mich der Roman immer wieder ziemlich getroffen.
Besonders beeindruckt hat mich, wie unmittelbar Clines Sprache Davids Wahrnehmung vermittelt. Gedanken brechen ab, Begriffe geraten durcheinander, Erinnerungen tauchen unvermittelt auf und Situationen werden von David anders verstanden, als sie tatsächlich stattfinden. Obwohl der Roman in der dritten Person erzählt wird, fühlt man sich seinem Kopf erstaunlich nah. Gerade diese Unsicherheit darüber, was real ist und was nur Davids Wahrnehmung entspricht, erzeugt eine enorme Intensität.
Dabei geht es nicht nur um das Vergessen. Nach und nach setzt sich aus Erinnerungsfragmenten Davids früheres Leben zusammen: sein Erfolg und Wohlstand, seine Familie, aber auch alte Schuld und eine zerbrochene Freundschaft. Besonders seine Begegnungen mit seiner Tochter und einem früheren Freund fand ich bewegend. Die Hilflosigkeit und das Unbehagen, die im Umgang mit seiner Erkrankung entstehen, werden sehr glaubwürdig dargestellt.
Trotz des schweren Themas gibt es überraschend viel feinen, teilweise skurrilen Humor. Gerade Davids verdrehte Wörter und seine eigenwilligen Interpretationen lockern die Geschichte auf, ohne seine Erkrankung ins Lächerliche zu ziehen.
Kein schönes Buch im klassischen Sinne und definitiv keine Wohlfühllektüre, aber ein sprachlich außergewöhnlicher, eindringlicher und lange nachwirkender Roman. Für mich vor allem deshalb so stark, weil man Demenz nicht nur von außen beobachtet, sondern für einige Stunden erlebt, wie sich eine vertraute Welt langsam verschiebt.
Besonders beeindruckt hat mich, wie unmittelbar Clines Sprache Davids Wahrnehmung vermittelt. Gedanken brechen ab, Begriffe geraten durcheinander, Erinnerungen tauchen unvermittelt auf und Situationen werden von David anders verstanden, als sie tatsächlich stattfinden. Obwohl der Roman in der dritten Person erzählt wird, fühlt man sich seinem Kopf erstaunlich nah. Gerade diese Unsicherheit darüber, was real ist und was nur Davids Wahrnehmung entspricht, erzeugt eine enorme Intensität.
Dabei geht es nicht nur um das Vergessen. Nach und nach setzt sich aus Erinnerungsfragmenten Davids früheres Leben zusammen: sein Erfolg und Wohlstand, seine Familie, aber auch alte Schuld und eine zerbrochene Freundschaft. Besonders seine Begegnungen mit seiner Tochter und einem früheren Freund fand ich bewegend. Die Hilflosigkeit und das Unbehagen, die im Umgang mit seiner Erkrankung entstehen, werden sehr glaubwürdig dargestellt.
Trotz des schweren Themas gibt es überraschend viel feinen, teilweise skurrilen Humor. Gerade Davids verdrehte Wörter und seine eigenwilligen Interpretationen lockern die Geschichte auf, ohne seine Erkrankung ins Lächerliche zu ziehen.
Kein schönes Buch im klassischen Sinne und definitiv keine Wohlfühllektüre, aber ein sprachlich außergewöhnlicher, eindringlicher und lange nachwirkender Roman. Für mich vor allem deshalb so stark, weil man Demenz nicht nur von außen beobachtet, sondern für einige Stunden erlebt, wie sich eine vertraute Welt langsam verschiebt.