Intensiv und todtraurig

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peppermintpatty Avatar

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Selten habe ich ein richtig gutes Buch so ungern gelesen. Ich kann es auch im Grunde niemandem wirklich empfehlen, es ist ein sehr beklemmendes Leseerlebnis.

Eigentlich müsste man auch im Klappentext deutlicher sagen, worum es geht. Das Thema ist Sterbehilfe. Davids letzte Reise in die Schweiz hat ein klares Ziel. Dort können Menschen, die das nötige Geld haben, ihr begleitetes Ableben buchen und genau das möchte er tun, so lange er noch klar genug denken kann, um die nötigen Formalitäten zu leisten.

David wird dement und weiß das. Er weiß genau, dass er Aussetzer hat, Erinnerungslücken, plötzlich ist er irgendwo und hat vergessen, wie er da hinkam. Das schildert Emma Cline so realistisch und eindringlich, dass man es kaum aushalten kann. Er möchte sich noch von seiner Tochter verabschieden und sich mit einem alten Freund aussöhnen, das hat er sich in das Notizbuch geschrieben, das er immer dabei hat, dann ist er bereit. Sein Leben wird immer komplizierter, das beobachtet David mit Trauer aber auch mit Galgenhumor.

Dieses Buch durchleidet man. Es ist intensiv melancholisch, todtraurig, beschreibt minutiös lauter Gedanken, die man wohl hat, wenn man dem Tod entgegensieht. Mir persönlich würde es allerdings reichen, darüber nachzudenken, wenn es so weit ist. Ich fand das Buch qualvoll vom Anfang bis zum Ende und bin froh, es beiseitelegen zu können.