Noch zweimal schlafen bis nichts
Emma Cline schafft es auch mit ihrem neuen Roman „In die Schweiz“ ihre Leserschaft zu begeistern, ein ernstes Thema, denn es geht um den begleiteten Suizid in der Schweiz, um Demenz, um Abschiednehmen und die Aufarbeitung der Vergangenheit.
Im Zentrum steht der ca. 60-jährige David, wohlhabend, geschieden, Vater einer erwachsenen Tochter und Großvater, der an Demenz leidet und aus diesem Grund seinem Leben rechtzeitig ein Ende setzen möchte. Sein Assistent Cody begleitet ihn, sie besuchen auf dem Weg noch die Tochter in London und einen alten Freund in Frankreich, um sich zu verabschieden. Aber wir Leser merken schnell, was für eine herausfordernde Situation entsteht, wie vieles ungesagt bleibt, die große Spannweite zwischen Wollen und Können, eine Diskrepanz, die es zu überbrücken gilt. Die Demenz schreitet beständig voran, wir erleben den emotional zurückhaltenden David mit seinen Wünschen, Ängsten und Bedürfnissen, seinem Vorhaben, eine vergangene Schuld wieder gutzumachen, seinen Gefühlen endlich Ausdruck verleihen. Wie im Krimi ist man den Geistern aus der Vergangenheit auf der Spur, fiebert mit, erlebt den schwerkranken Mann mit all seinen Höhen und Tiefen, komische Situationen enden tragisch, traurige lustig und vieles bleibt auch in der Schwebe oder auf der Strecke.
Sprachlich stellt Cline die sich verändernde Ausdrucksfähigkeit gekonnt dar, die Gedanken und Themen werden sowohl basaler als auch existenzieller, man möchte mehr vom Leben Davids und auch Codys erfahren, Leerstellen reihen sich aneinander, die Arm in Arm mit der Demenz verschmelzen.
Wieder einmal ein intensives Leseerlebnis, ein Roman, der zurecht auf der Longlist des Booker-Preises steht, ein ungewöhnliches Setting, ein tragikomischer Entwicklungsroman eines alternden, unwirschen, unfähigen und doch auch sympathischen Helden, der Frieden mit seinem Leben schließen möchte.
Im Zentrum steht der ca. 60-jährige David, wohlhabend, geschieden, Vater einer erwachsenen Tochter und Großvater, der an Demenz leidet und aus diesem Grund seinem Leben rechtzeitig ein Ende setzen möchte. Sein Assistent Cody begleitet ihn, sie besuchen auf dem Weg noch die Tochter in London und einen alten Freund in Frankreich, um sich zu verabschieden. Aber wir Leser merken schnell, was für eine herausfordernde Situation entsteht, wie vieles ungesagt bleibt, die große Spannweite zwischen Wollen und Können, eine Diskrepanz, die es zu überbrücken gilt. Die Demenz schreitet beständig voran, wir erleben den emotional zurückhaltenden David mit seinen Wünschen, Ängsten und Bedürfnissen, seinem Vorhaben, eine vergangene Schuld wieder gutzumachen, seinen Gefühlen endlich Ausdruck verleihen. Wie im Krimi ist man den Geistern aus der Vergangenheit auf der Spur, fiebert mit, erlebt den schwerkranken Mann mit all seinen Höhen und Tiefen, komische Situationen enden tragisch, traurige lustig und vieles bleibt auch in der Schwebe oder auf der Strecke.
Sprachlich stellt Cline die sich verändernde Ausdrucksfähigkeit gekonnt dar, die Gedanken und Themen werden sowohl basaler als auch existenzieller, man möchte mehr vom Leben Davids und auch Codys erfahren, Leerstellen reihen sich aneinander, die Arm in Arm mit der Demenz verschmelzen.
Wieder einmal ein intensives Leseerlebnis, ein Roman, der zurecht auf der Longlist des Booker-Preises steht, ein ungewöhnliches Setting, ein tragikomischer Entwicklungsroman eines alternden, unwirschen, unfähigen und doch auch sympathischen Helden, der Frieden mit seinem Leben schließen möchte.