Traurig und berührend
Der Roman „In die Schweiz“ der amerikanischen Autorin Emma Cline beginnt verwirrend: Der erfolgreiche Geschäftsmann David Hastings reist per Privatflugzeug nach Zürich. Ob zu einem Geschäftstermin oder zum Vergnügen, ist zuerst nicht ganz klar, doch ziemlich bald kristallisiert sich heraus, dass diese Reise Davids letzte sein wird, denn er wird in der Schweiz, wo der „assistierte Suizid“ legal ist, aufgrund seiner stetig fortschreitenden Demenz selbstbestimmt aus dem Leben scheiden. Auf dem Weg wird er einen letzten Zwischenstopp in London einlegen, wo seine Tochter wohnt und er hofft, in seinen letzten Tagen in der Schweiz seinen früheren Freund Tom zu treffen, welcher mittlerweile seit vielen Jahren an der Nahe gelegenen französischen Grenze wohnt.
Emma Cline hat hier meiner Meinung nach einen eindringlichen und sehr intensiven, fast schon meisterhaften Roman geschrieben. Man muss sich auf die fragmentierte Erzählweise einlassen und manchmal weiß nicht ganz genau, in welcher Zeit man sich gerade befindet – ist David in Gedanken gerade in der Gegenwart oder in der Vergangenheit? Aber es lohnt sich, beim Lesen dranzubleiben und eher langsam zu lesen, denn so bekommt man wirklich gute Einblicke darin, wie sich eine an Demenz erkrankte Person mutmaßlich fühlt und wie sie denkt. Dies zu lesen fand ich sehr berührend, gerade auch die Tatsache, dass Gefühle hochkommen, die David sein ganzes Leben lang unterdrückt hat. Viele Passagen haben mich sehr traurig gestimmt, denn es geht immer wieder um verpasste Chancen, Lebensentscheidungen und auch um die Würde im Alter. Vor allem den Schluss fand ich sehr gelungen, er hat mich emotional wirklich mitgenommen.
Dieser Roman ist sicher keine leichte Lektüre, aber es lohnt sich, ihn zu lesen und ich finde, er ist zu Recht auf der Longlist für den Booker Prize.
Emma Cline hat hier meiner Meinung nach einen eindringlichen und sehr intensiven, fast schon meisterhaften Roman geschrieben. Man muss sich auf die fragmentierte Erzählweise einlassen und manchmal weiß nicht ganz genau, in welcher Zeit man sich gerade befindet – ist David in Gedanken gerade in der Gegenwart oder in der Vergangenheit? Aber es lohnt sich, beim Lesen dranzubleiben und eher langsam zu lesen, denn so bekommt man wirklich gute Einblicke darin, wie sich eine an Demenz erkrankte Person mutmaßlich fühlt und wie sie denkt. Dies zu lesen fand ich sehr berührend, gerade auch die Tatsache, dass Gefühle hochkommen, die David sein ganzes Leben lang unterdrückt hat. Viele Passagen haben mich sehr traurig gestimmt, denn es geht immer wieder um verpasste Chancen, Lebensentscheidungen und auch um die Würde im Alter. Vor allem den Schluss fand ich sehr gelungen, er hat mich emotional wirklich mitgenommen.
Dieser Roman ist sicher keine leichte Lektüre, aber es lohnt sich, ihn zu lesen und ich finde, er ist zu Recht auf der Longlist für den Booker Prize.