Unsichtbare Sphären
Mit ihrem neuen eindringlichen Roman „In die Schweiz“ steht die US-Autorin Emma Cline nicht nur auf der Longlist des renommierten Booker Prize – sie beweist auch, dass ihre brillante Erzählkunst keine Grenzen kennt.
Der einst erfolgreiche Geschäftsmann David Hastings ist heute 70 Jahre alt und an Demenz erkrankt. Langsam zerbröckelt und verschwindet sein Verstand, seine Wahrnehmungen verschwimmen und er beschließt, in der Schweiz Sterbehilfe zu erhalten. Mit seinem Assistenten Cody fliegt er von den Staaten nach Europa, um nochmal seine Tochter samt Enkel sowie einen alten Jugendfreund zu treffen. Die Begegnungen verlaufen etwas holprig, aber der gesamte Roman ist aus der Sicht von David geschrieben und diese beginnt stetig zu zerfallen sowie hin und her zu springen – zwischen Erinnerungsfetzen aus der Vergangenheit und stakkatoartigen Alltagsbeobachtungen der Gegenwart. Und wie sich Emma Cline intensiv in den bröckelnden Verstand des Protagonisten hineinschreibt, ist faszinierend, beklemmend und hervorragende Schreibkunst.
„Befremdlich, diese nur von David bevölkerte psychische Eisscholle, die ins polare Dunkel davontrieb. Manchmal war er eine Gestalt, die am Ufer stand und sich wegtreiben sah, und manchmal war er auf der Eisscholle und verlor das Land aus den Augen (...) Die Eisscholle. Der weiße Raum im Gehirn. Dass er wusste, dass er lächelte, und es war ein Irrtum.“ S. 43
Ein packender, aufwühlender und hypnotischer Roman, kongenial übersetzt von Nikolaus Stingl und der lange im Gedächtnis bleiben wird.
Der einst erfolgreiche Geschäftsmann David Hastings ist heute 70 Jahre alt und an Demenz erkrankt. Langsam zerbröckelt und verschwindet sein Verstand, seine Wahrnehmungen verschwimmen und er beschließt, in der Schweiz Sterbehilfe zu erhalten. Mit seinem Assistenten Cody fliegt er von den Staaten nach Europa, um nochmal seine Tochter samt Enkel sowie einen alten Jugendfreund zu treffen. Die Begegnungen verlaufen etwas holprig, aber der gesamte Roman ist aus der Sicht von David geschrieben und diese beginnt stetig zu zerfallen sowie hin und her zu springen – zwischen Erinnerungsfetzen aus der Vergangenheit und stakkatoartigen Alltagsbeobachtungen der Gegenwart. Und wie sich Emma Cline intensiv in den bröckelnden Verstand des Protagonisten hineinschreibt, ist faszinierend, beklemmend und hervorragende Schreibkunst.
„Befremdlich, diese nur von David bevölkerte psychische Eisscholle, die ins polare Dunkel davontrieb. Manchmal war er eine Gestalt, die am Ufer stand und sich wegtreiben sah, und manchmal war er auf der Eisscholle und verlor das Land aus den Augen (...) Die Eisscholle. Der weiße Raum im Gehirn. Dass er wusste, dass er lächelte, und es war ein Irrtum.“ S. 43
Ein packender, aufwühlender und hypnotischer Roman, kongenial übersetzt von Nikolaus Stingl und der lange im Gedächtnis bleiben wird.