Zwischen Abschied und offenen Fragen

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Nachdem ich „The Guest“ von Emma Cline sehr mochte, war ich sehr auf die Booker Prize nominierte Neuerscheinung „Switzy“ gespannt. Die Idee des Romans fand ich auch spannend.

Schon zu Beginn war ich von der Konstruktion des Protagonisten David überrascht. Ein älterer, ehemals erfolgreicher Business Heini, der an Alzheimer erkrankt ist und für Sterbehilfe in die Schweiz reist. Dabei blickt er selbstmitleidig auf sein Leben zurückblickt, während um ihn rum langsam alles verschwindet.

Einzelne Episoden fand ich gelungen, vor allem die Dynamik mit seiner Tochter oder die steigende Aufregung vor dem Treffen mit seinem alten Schulfreund Tom. Gleichzeitig habe ich aber bei erstaunlich vielen Dingen einfach nicht verstanden, worin das laut Verlag „psychologische Meisterwerk“ besteht.

Das liegt auch an der teilweise verkomplizierten Sprache oder Übersetzung. Das Treffen mit Tom genauso wie die etwas seltsame Dynamik mit seinem Begleiter und dessen Partner konnte ich nicht einordnen und die ganzen Anspielungen rund um sein Geld und seinen Besitz waren für mich ziellos. Auch seine inneren Monologe haben bei mir eher für Fragezeichen gesorgt.

Ich mochte den Spannungsaufbau in den letzten Begegnungen von David. Die melancholische Grundstimmung und der leidende Protagonist waren mir aber zu viel. Insgesamt war mir das Ganze zu vage und bei mir kam wenig Empathie für David auf.