Sonnenschein und Sturm – wenn Gegensätze aufeinanderprallen

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julia_1311 Avatar

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Was für ein Einstieg. Noch bevor ich die erste Seite zu Ende gelesen hatte, musste ich lachen – und das fühlt sich wie ein gutes Zeichen an.
Das Cover hat mich ehrlich gesagt erst ein bisschen zögerlich gestimmt: Regen, Wolken, viel Weiß – eher schlicht als einprägsam. Aber es passt zur Geschichte, das muss ich im Nachhinein zugeben. Das Wetter ist hier kein Hintergrund, sondern Berufung, Lebensgefühl, ja fast Charakterzug. Und der Aquarellstil hat eine zarte Melancholie, die mich inzwischen mehr anspricht als beim ersten Blick.
Der Schreibstil ist wunderbar direkt und lebendig. Chelsea Curto schreibt mit viel Witz und Tempo – Quincys innere Stimme hat mich sofort erwischt. Diese Frau, die mit Kaffeetasse und nicht zueinanderpassenden Socken auf der Hollywoodschaukel sitzt und einem Unbekannten per Daumen-runter das Ego zertrümmert, war sofort greifbar. Ich mochte sie vom ersten Satz an.
Was mich am meisten überraschte: Dass dieser Roman nicht nur locker und unterhaltsam ist, sondern auch echte emotionale Tiefe anklingen lässt. Sebastian wirkt auf den ersten Blick wie der klassische charmante Antagonist, aber in seinen Gedanken über Stillstand, Burnout und verlorene Leidenschaft steckt etwas Ehrliches. Hier wird jemand porträtiert, der nach außen glänzt und nach innen gerade schlicht nicht weiß, warum das alles noch Sinn ergibt. Das berührt.
Die Dynamik zwischen Quincy und Sebastian ist wunderbar funkelndes Chaos: schlagfertig, scharfzüngig, mit dieser unverkennbaren Anspannung darunter, die man nur dann hat, wenn man jemanden wirklich auf dem Schirm behält. Dass sie sich gegenseitig genau im Auge behalten – beruflich wie persönlich –, ohne es je offen zuzugeben, verspricht viel.
Ich erwarte eine Geschichte über zwei Menschen, die sich zu ähnlich sind, um sich zu mögen, und zu aufmerksam füreinander, um sich wirklich zu ignorieren. Über Neuanfänge, verloren geglaubte Begeisterung und das, was passiert, wenn man aufhört, sich selbst zu belügen. Ich möchte unbedingt weiterlesen – nicht nur wegen des Funkelns zwischen den beiden, sondern weil ich wissen will, ob Quincy ihren Job beim NWS bekommt und ob Sebastian findet, was er sucht.
Und wofür »Pres« steht. Das lässt mir keine Ruhe.