Aufreibend und stark
Jo Nesbos "Insel der Ratten" habe ich als Hörbuch gehört. Die Geschichte spielt nach dem Ausbruch einer Pandemie, die zum Zusammenbruch der gesellschaftlichen Ordnung geführt hat. Im Zentrum stehen zwei ehemalige Freunde, deren Wege sich unter den neuen Bedingungen in entgegengesetzte Richtungen entwickeln, während um sie herum Recht und Gesetz ihre Bedeutung verlieren.
Positiv aufgefallen ist mir vor allem die Erzählweise mit wechselnden Perspektiven und Zeitebenen, die sich im Hörbuch durch unterschiedliche Sprecher oder Stimmlagen gut nachvollziehen lässt. Die zunächst rätselhaften Passagen, bei denen nicht klar ist, wer spricht und wie diese Stränge zusammenhängen, lösen sich erst nach und nach auf, was beim Hören eine angenehme Spannung erzeugt. Auch die Lauflänge passt gut zur Geschichte, durch den geringen Umfang kommt man zügig hinein und bleibt durchgehend dabei. Das Szenario selbst wirkt erschreckend nachvollziehbar, gerade weil es zeigt, wie dünn die Decke der Zivilisation sein kann.
Weniger überzeugt hat mich die Dosierung der Gewaltdarstellungen, die mir an manchen Stellen zu drastisch und zu ausführlich geriet, ohne dass die Handlung das wirklich nötig gehabt hätte. Im Hörbuch wirken diese Szenen durch die akustische Umsetzung teilweise noch eindringlicher. Auch der Weg in den gesellschaftlichen Zusammenbruch bleibt mir zu vage, hier hätte ich mir mehr Hintergrund gewünscht. Die Figuren blieben für mich zudem etwas distanziert, eine wirkliche emotionale Bindung ist bei mir nicht entstanden.
Insgesamt ein kurzes, aber erzählerisch interessantes Hörbuch, das aber stellenweise sehr hart und inhaltlich nicht perfekt wirkt.
Positiv aufgefallen ist mir vor allem die Erzählweise mit wechselnden Perspektiven und Zeitebenen, die sich im Hörbuch durch unterschiedliche Sprecher oder Stimmlagen gut nachvollziehen lässt. Die zunächst rätselhaften Passagen, bei denen nicht klar ist, wer spricht und wie diese Stränge zusammenhängen, lösen sich erst nach und nach auf, was beim Hören eine angenehme Spannung erzeugt. Auch die Lauflänge passt gut zur Geschichte, durch den geringen Umfang kommt man zügig hinein und bleibt durchgehend dabei. Das Szenario selbst wirkt erschreckend nachvollziehbar, gerade weil es zeigt, wie dünn die Decke der Zivilisation sein kann.
Weniger überzeugt hat mich die Dosierung der Gewaltdarstellungen, die mir an manchen Stellen zu drastisch und zu ausführlich geriet, ohne dass die Handlung das wirklich nötig gehabt hätte. Im Hörbuch wirken diese Szenen durch die akustische Umsetzung teilweise noch eindringlicher. Auch der Weg in den gesellschaftlichen Zusammenbruch bleibt mir zu vage, hier hätte ich mir mehr Hintergrund gewünscht. Die Figuren blieben für mich zudem etwas distanziert, eine wirkliche emotionale Bindung ist bei mir nicht entstanden.
Insgesamt ein kurzes, aber erzählerisch interessantes Hörbuch, das aber stellenweise sehr hart und inhaltlich nicht perfekt wirkt.