'Die Grausamen den Grausamen überlassen'

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bookfriend135 Avatar

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Übersetzt aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob.
Eine verheerenden Pandemie hat die Welt in Massenarbeitslosigkeit und Armut gestürzt. Das demokratische Gleichgewicht ist gekippt und Banden beherrschen die Straßen der großen Stadt. Der reichste Unternehmer des Landes Colin Lowe rettet sich mit seiner Familie auf die Insel der Ratten. Sein Sohn Brad wütet derweil mit seiner Bande auf dem Festland und entführt die Tochter von Colins engstem Freund Will. Da die Polizei ihm nicht hilft, schmiedet Will seine eigenen Pläne.

Jo Nesbø hat seine düstere und beklemmende Geschichte in einer dystopischen Ausgangslage angesiedelt. Wir bekommen von Will und aus der Sicht eines Mitglieds der Straßengang Einblicke in die temporeiche Handlung. Jenny Laura Bischoff und Oliver Siebeck haben mit ihren Stimmen die Atmosphäre gut vermittelt und man konnte den verschiedenen Perspektiven gut folgen. Wie die kaputte Welt bereits aussieht wird ebenfalls gut beschrieben. Die teilweise sehr brutalen und detaillierten Gewaltszenen sind allerdings nichts für schwache Nerven. Diese hätte es meiner Meinung nach auch nicht wirklich gebraucht. Auch sind mir die Erklärungen für den Verfall der Gesellschaft und der staatlichen Strukturen zu kurz gekommen.
Ein gesellschaftskritischer Roman der nicht wirklich eine komplett neue Idee bietet, aber trotzdem interessant mit der Frage spielt, wie sich moralische Einstellungen verschieben wenn das Fundament unserer Gesellschaft wegbricht. 3,5 Sterne