Dystopisches Psychospiel, das leider enttäuscht
Die Story: Nach einer verheerenden Pandemie versinkt die Welt im Chaos. Während sich der schwerreiche Unternehmer Colin Lowe auf eine sichere Insel rettet, tyrannisiert sein Sohn Brad das Festland. Als Brad die Tochter von Colins bestem Freund Will entführt, beginnt ein gnadenloser Rachefeldzug.
Die Sprecher: Ein echtes Highlight des Hörbuchs ist die Besetzung mit zwei Sprechern. Oliver Siebeck und Jenny Laura Bischoff harmonieren hervorragend miteinander. Der abwechselnde Einsatz der beiden Stimmen bringt eine tolle Dynamik in die Geschichte und sorgt dafür, dass die unterschiedlichen Perspektiven lebendig und greifbar werden.
Die größten Mankos: Das dystopische Setting dient leider nur als blasse Pappkulisse. Jo Nesbø vernachlässigt das Worldbuilding fast vollständig; man erfährt viel zu wenig über die veränderte Umwelt oder die gesellschaftlichen Strukturen.
Besonders geärgert hat mich jedoch der Umgang mit den schwerwiegenden Traumata: Die Vergewaltigung von Wills Frau und der spätere Tod seiner Tochter werden vom Autor erschreckend oberflächlich abgehandelt. Dass Will auf diese grausamen Schicksalsschläge völlig emotionslos reagiert, wirkt absolut unglaubwürdig und nimmt der Geschichte jegliche psychologische Tiefe. Die kurze Laufzeit von knapp über 4 Stunden wird zwar für das menschliche Drama genutzt, bleibt dabei aber unbegreiflich kalt und oberflächlich.
Fazit: Wer einen packenden, kurzen Thriller über Rache sucht und sich an einem hervorragend vertonten Sprecher-Wechsel erfreuen kann, wird solide unterhalten. Wer jedoch eine tiefgründige, atmosphärische Endzeitwelt und emotional nachvollziehbare Charaktere erwartet, wird enttäuscht zurückgelassen.
Die Sprecher: Ein echtes Highlight des Hörbuchs ist die Besetzung mit zwei Sprechern. Oliver Siebeck und Jenny Laura Bischoff harmonieren hervorragend miteinander. Der abwechselnde Einsatz der beiden Stimmen bringt eine tolle Dynamik in die Geschichte und sorgt dafür, dass die unterschiedlichen Perspektiven lebendig und greifbar werden.
Die größten Mankos: Das dystopische Setting dient leider nur als blasse Pappkulisse. Jo Nesbø vernachlässigt das Worldbuilding fast vollständig; man erfährt viel zu wenig über die veränderte Umwelt oder die gesellschaftlichen Strukturen.
Besonders geärgert hat mich jedoch der Umgang mit den schwerwiegenden Traumata: Die Vergewaltigung von Wills Frau und der spätere Tod seiner Tochter werden vom Autor erschreckend oberflächlich abgehandelt. Dass Will auf diese grausamen Schicksalsschläge völlig emotionslos reagiert, wirkt absolut unglaubwürdig und nimmt der Geschichte jegliche psychologische Tiefe. Die kurze Laufzeit von knapp über 4 Stunden wird zwar für das menschliche Drama genutzt, bleibt dabei aber unbegreiflich kalt und oberflächlich.
Fazit: Wer einen packenden, kurzen Thriller über Rache sucht und sich an einem hervorragend vertonten Sprecher-Wechsel erfreuen kann, wird solide unterhalten. Wer jedoch eine tiefgründige, atmosphärische Endzeitwelt und emotional nachvollziehbare Charaktere erwartet, wird enttäuscht zurückgelassen.