Erschreckend aktuell
„Hobbes meinte, das wir ohne Gesetz, ohne einen Gesellschaftsvertrag in ein Chaos gestürzt würden, das schlimmer als die schlimmste Diktatur ist. Und ich habe das Gefühl, dass er recht haben könnte“*
Eine Dystrophie vom Feinsten
In seinem neuen Werk „Insel der Ratten“ erweist sich Jo Nesbo einmal mehr als wahrer Könner im düsteren Stimmungsaufbau. Mit wenigen Sätzen zeichnet er ein Bild, dass in unserer Zeit nicht mehr allzu weit entfernt scheint. Es ist kein Buch zum Genießen, es ist eine brutale Dusche der Realität, was passiert, wenn Gesetze und Regeln keine Macht mehr haben. Wie schnell es gehen kann, dass eine Gesellschaft kippt.
Auslöser für die katastrophalen Umstände der Stadt ist eine Pandemie, die letztlich auch die letzten funktionierenden Systeme zusammenbrechen lässt. Etwas, das in unserer Zeit sofort die Brücke zurück in das Jahr 2020 zurück spannt. Die Geschichte ist nicht an den Haaren herbeigezogen und wir können von Glück reden, dass dieses Buch nur Fiktion ist.
Der Hauptteil der Geschichte wird aus der Sicht von Will erzählt. Als ehemaliger Jurist geht es ihm besser als den meisten anderen. Sein Geschäftspartner und guter Freund Colin ist einer der mächtigsten Männer der Stadt, der bereits für eine apokalyptische Situation vorgesorgt hat und sich auf die Insel der Ratten zurückzieht, wo er komplett ohne äußere Hilfe überleben kann. Colins Sohn jedoch gehört zu denen, die an der Spitze der Banden stehen, die das Chaos nutzen um zu Brandstiften, zu Vergewaltigen und zu Morden. Als diese Brutalität schließlich auch Will Familie trifft, übermannt ihn der Drang nach Rache, in einer Stadt, in der sich jeder oder jede selbst der oder die nächste ist.
Aufbau und Sprache
Jo Nesbo verwendet eine klare, direkte Sprache und zusammengeschachtelte Sätze, ohne dabei unübersichtlich oder langatmig zu werden. Seine schnörkellosen Aussagen treffen den Kern der Zeit und regen nicht selten zum Nachdenken an.
Wie bereits erwähnt erzählt Will den größten Teil der Geschichte in der ersten Person. Immer wieder springen jedoch die Ansichten, zeigen einen anderen Blickwinkel auf das Geschehen, erlauben einen neuen Weg, die Dinge zu sehen.
Das Buch selbst
Das Cover ist ein echter Blickfang. Schwarzer Umschlag mit brennend-rotoranger Schrift. In der Mitte, aber leicht seitlich verrückt, starren gelbe Augen heraus und direkt in die Augen der Person, die das Buch betrachtet. Das erste, was anschließend auffällt, ist, wie klein und kompakt das Buch ist. Es ist kleiner als ein Taschenbuch, der Buchdeckel besteht aus Karton. Er ist im Vergleich zu den knapp 200 Seiten des Buches erstaunlich dick, macht das Buch aber einzigartig.
Fazit
Wir wussten aber auch, dass die Furcht mächtiger geworden war als das Gemeinschaftsgefühl und die Vernunft des Rudels. Nicht Massenhysterie, sondern einfach der Mangel an Rudelverhalten führte dazu, dass jeder von uns individuelle Entscheidungen traf, die für ihn und seine Nächsten rational und vernünftig erschienen, für die Gemeinschaft aber katastrophal waren.*
Nesbo zeigt einmal mehr seine Kunst, die Abgründe der Menschheit zu verstehen und beschreiben zu können. Corona ist in unser aller Gedächtnis noch stets präsent. Auch die Welt um uns herum stürzt immer mehr ins Chaos. Gesetze werden verdreht und ausgehebelt, die Wahrheit verliert ihren Wert. „Die Insel der Ratten“ beschreibt eine Welt, die wir nicht erleben wollen, aber auf die wir möglicherweise immer weiter zusteuern.
*Diese Passagen wurden direkt aus dem Buch entnommen.
Eine Dystrophie vom Feinsten
In seinem neuen Werk „Insel der Ratten“ erweist sich Jo Nesbo einmal mehr als wahrer Könner im düsteren Stimmungsaufbau. Mit wenigen Sätzen zeichnet er ein Bild, dass in unserer Zeit nicht mehr allzu weit entfernt scheint. Es ist kein Buch zum Genießen, es ist eine brutale Dusche der Realität, was passiert, wenn Gesetze und Regeln keine Macht mehr haben. Wie schnell es gehen kann, dass eine Gesellschaft kippt.
Auslöser für die katastrophalen Umstände der Stadt ist eine Pandemie, die letztlich auch die letzten funktionierenden Systeme zusammenbrechen lässt. Etwas, das in unserer Zeit sofort die Brücke zurück in das Jahr 2020 zurück spannt. Die Geschichte ist nicht an den Haaren herbeigezogen und wir können von Glück reden, dass dieses Buch nur Fiktion ist.
Der Hauptteil der Geschichte wird aus der Sicht von Will erzählt. Als ehemaliger Jurist geht es ihm besser als den meisten anderen. Sein Geschäftspartner und guter Freund Colin ist einer der mächtigsten Männer der Stadt, der bereits für eine apokalyptische Situation vorgesorgt hat und sich auf die Insel der Ratten zurückzieht, wo er komplett ohne äußere Hilfe überleben kann. Colins Sohn jedoch gehört zu denen, die an der Spitze der Banden stehen, die das Chaos nutzen um zu Brandstiften, zu Vergewaltigen und zu Morden. Als diese Brutalität schließlich auch Will Familie trifft, übermannt ihn der Drang nach Rache, in einer Stadt, in der sich jeder oder jede selbst der oder die nächste ist.
Aufbau und Sprache
Jo Nesbo verwendet eine klare, direkte Sprache und zusammengeschachtelte Sätze, ohne dabei unübersichtlich oder langatmig zu werden. Seine schnörkellosen Aussagen treffen den Kern der Zeit und regen nicht selten zum Nachdenken an.
Wie bereits erwähnt erzählt Will den größten Teil der Geschichte in der ersten Person. Immer wieder springen jedoch die Ansichten, zeigen einen anderen Blickwinkel auf das Geschehen, erlauben einen neuen Weg, die Dinge zu sehen.
Das Buch selbst
Das Cover ist ein echter Blickfang. Schwarzer Umschlag mit brennend-rotoranger Schrift. In der Mitte, aber leicht seitlich verrückt, starren gelbe Augen heraus und direkt in die Augen der Person, die das Buch betrachtet. Das erste, was anschließend auffällt, ist, wie klein und kompakt das Buch ist. Es ist kleiner als ein Taschenbuch, der Buchdeckel besteht aus Karton. Er ist im Vergleich zu den knapp 200 Seiten des Buches erstaunlich dick, macht das Buch aber einzigartig.
Fazit
Wir wussten aber auch, dass die Furcht mächtiger geworden war als das Gemeinschaftsgefühl und die Vernunft des Rudels. Nicht Massenhysterie, sondern einfach der Mangel an Rudelverhalten führte dazu, dass jeder von uns individuelle Entscheidungen traf, die für ihn und seine Nächsten rational und vernünftig erschienen, für die Gemeinschaft aber katastrophal waren.*
Nesbo zeigt einmal mehr seine Kunst, die Abgründe der Menschheit zu verstehen und beschreiben zu können. Corona ist in unser aller Gedächtnis noch stets präsent. Auch die Welt um uns herum stürzt immer mehr ins Chaos. Gesetze werden verdreht und ausgehebelt, die Wahrheit verliert ihren Wert. „Die Insel der Ratten“ beschreibt eine Welt, die wir nicht erleben wollen, aber auf die wir möglicherweise immer weiter zusteuern.
*Diese Passagen wurden direkt aus dem Buch entnommen.