Horror-Kurzgeschichte

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jacky1304 Avatar

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Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen. Das Grundszenario war spannend, die Geschichte aber zu kurz und eher Horror als Roman.

Die Welt steht Kopf. Nach einer Pandemie beherrschen Banden die Straßen der Stadt. Polizei und Justiz funktionieren nicht mehr und die Menschen plündern und morden ohne Konsequenzen.
Inmitten dieses Szenarios sinnt Will auf Rache: seine Tochter wurde vom abtrünnigen Sohn seines besten Freundes entführt.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Will und aus der von Yvonne, einer Jugendlichen, die Mitglied einer der brutalsten Gangs der Stadt ist, erzählt.
Leider kommt recht wenig Spannung auf. Die Story plätschert lange Zeit dahin, versucht dies aber durch massive Gewalterzählungen zu kaschieren. Ich bin echt einiges gewohnt, aber hier waren manche Beschreibungen einfach zu doll und unnötig.

Mir fehlte es außerdem an Nähe zu beiden Erzählern. Wahrscheinlich lag es am Schreibstil, dass ich weder zu Will, noch zu Yvonne, einen Draht finden konnte. Was passiert, ist horrormäßig - und in solch einer Welt will man sicher nicht leben - aber die Geschehnisse gingen mir nicht wirklich nah.

Ebenso finde ich knapp 20€ für solch ein kleines, dünnes Buch recht happig.
Als Kurzgeschichte mag „Insel der Ratten“ eine andere Wirkung haben. Da sie hier aber als Roman, der einzeln gedruckt und für nicht wenig Geld verkauft wird, vor mir liegt, bin ich enttäuscht.
Ich kenne die anderen Werke von Jo Nesbø nicht, würde aufgrund dieses Buches aber vorerst kein weiteres Werk lesen. Schade.