Super Story-Idee, maue Umsetzung

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kwinsu Avatar

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Wir befinden uns in "Insel der Ratten" in einer dystopischen Welt, in der Gesetzlosigkeit und die Kraft des Stärkeren bzw. Reicheren zählt. Eine Pandemie stürzte die Welt ins Chaos, Gewalttätige und Superreiche haben das Sagen. Einer davon ist der Reiche Colin Lowe, der auf der "Insel der Ratten" Zuflucht sucht, während sein Sohn Brad am Festland immer ärger wütet. Indessen wird Jurist Will Adams, ein Freund von Colin, Betroffener der Gewalt und sinnt nach erbarmungsloser Rache.

Gleich zu Beginn: "Insel der Ratten" ist mein zweites Hörbuch von Jo Nesbø innerhalb einiger Monate, vor Jahren hatte ich schon mal einen Krimi von ihm gelesen. Und ich schätze, dass das aktuelle Buch auch mein letzter Versuch war, mich mit dem Autor anzufreunden. Ich finde die beiden Stimmen von Oliver Siebeck und Jenny Laura Bischoff sehr angenehm zum Zuhören, aber ich komme mit dem Schreibstil des Autors einfach nicht wirklich zurecht. Ich empfinde die Charakterzeichnung stark übertrieben, irgendwie kommen viele seiner männlichen Charaktere als riesige, testosterongesteuerte A....... daher, an denen kaum etwas Gutes zu erkennen ist. Sie erinnern mich an US-amerikanische Filmfiguren, die meist nur gut oder böse gezeichnet sind, das mag ich einfach nicht. Die Geschichte selbst klang sehr spannend und vielversprechend, deshalb wollte ich sie auch hören, ich mag Dystopien, aber irgendwie erfolgt keine ordentliche Einführung in die Welt und wie schon bemängelt, sind die Figuren größtenteils so richtige Ungustln. Dann kommt noch ein typischer Racheplan hinzu, der mit allen Mitteln gerechtfertigt wird, weil dem Mann ja so großes Leid angetan wurde. Irgendwie musste ich auch immer wieder an "The Walking Dead" denken, da kommt das Gute der Menschheit auch mit Gewaltverherrlichung daher und die Charaktere sind auch so überzeichnet. Wenig Erklärung, viel Gewalt und Brutalität, wenig moralische Ausverhandlungen, als wäre es natürlich, dass die Menschen zum Bösen tendieren, wenn eine Pandemie sie in die Knie zwingt. So schrecklich die Realität ist, so wenig mag ich akzeptieren, dass wir Menschen wirklich alle so emotional und sozial verwahrlost sind.

Wem es nicht stört, recht einseitige Charaktere in einer gesetzlosen Dystopie alá Walking Dead, die geprägt von Rache und Gewalt ist, zu verfolgen, ist hier richtig. Mich kann der Stil des Autors trotz der grundsätzlich interessanten Romanidee nicht abholen.