Ungewöhnlicher Nesbø
Insel der Ratten von Jo Nesbø ist sicherlich eines der ungewöhnlichsten Bücher des Autors. Wer einen klassischen Harry Hole Krimi erwartet, sollte seine Erwartungen anpassen. Statt einer Ermittlergeschichte erzählt Nesbø auf knappem Raum ein düsteres Zukunftsszenario, das nach einer verheerenden Pandemie spielt und erschreckend realistisch wirkt.
Der Einstieg fiel mir zunächst nicht ganz leicht. Durch die wechselnden Perspektiven und Zeitebenen brauchte ich etwas, um die Figuren und ihre Beziehungen zueinander einzuordnen. Sobald sich die Handlung jedoch sortiert, entwickelt die Geschichte eine enorme Dynamik.
Besonders gelungen fand ich die beklemmende Atmosphäre. Eine Gesellschaft, in der Demokratie und Rechtsstaat kaum noch funktionieren und Gewalt zum Alltag geworden ist, wirkt beunruhigend glaubwürdig. Dabei spart Nesbø die Brutalität nicht aus und verbindet sie mit einer kritischen Auseinandersetzung mit Macht, Reichtum und sozialer Ungleichheit.
Lediglich das Ende kam für meinen Geschmack etwas abrupt. Manche Themen hätten gerne noch etwas mehr Raum bekommen. Trotzdem bleibt Insel der Ratten lange im Gedächtnis und zeigt, dass Jo Nesbø auch abseits seiner bekannten Thrillerreihe spannende Geschichten erzählen kann. Ein ungewöhnlicher, düsterer Roman, den ich gerne gelesen habe. Vier Sterne.
Der Einstieg fiel mir zunächst nicht ganz leicht. Durch die wechselnden Perspektiven und Zeitebenen brauchte ich etwas, um die Figuren und ihre Beziehungen zueinander einzuordnen. Sobald sich die Handlung jedoch sortiert, entwickelt die Geschichte eine enorme Dynamik.
Besonders gelungen fand ich die beklemmende Atmosphäre. Eine Gesellschaft, in der Demokratie und Rechtsstaat kaum noch funktionieren und Gewalt zum Alltag geworden ist, wirkt beunruhigend glaubwürdig. Dabei spart Nesbø die Brutalität nicht aus und verbindet sie mit einer kritischen Auseinandersetzung mit Macht, Reichtum und sozialer Ungleichheit.
Lediglich das Ende kam für meinen Geschmack etwas abrupt. Manche Themen hätten gerne noch etwas mehr Raum bekommen. Trotzdem bleibt Insel der Ratten lange im Gedächtnis und zeigt, dass Jo Nesbø auch abseits seiner bekannten Thrillerreihe spannende Geschichten erzählen kann. Ein ungewöhnlicher, düsterer Roman, den ich gerne gelesen habe. Vier Sterne.