An Dramatik wurde nicht gespart

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Liesel lebt gemeinsam mit ihrer Mutter in einer tristen Wohnung. Schon auf den ersten Seiten spürt man förmlich die Spannung zwischen Mutter und Tochter. Liesel kommt mit der Lethargie ihrer Mutter nur schwer zurecht und hat das Gefühl, dass diese nie wirklich in der Lage war, für sie da zu sein. Zum Glück gab es Oma Emmi – ihre geliebte Großmutter, die für Liesel immer eine wichtige Stütze war.

Doch inzwischen ist Emmi dement und lebt in einem Pflegeheim. Bevor ihre Erinnerungen gänzlich verblassen, möchte Liesel mit ihr noch einmal in die geliebte Heimat, die ehemalige Provinz Ostpreußen, reisen.

Eine Reise voller Emotionen beginnt.

Gespannt habe ich Liesel und ihre Großmutter auf dieser Reise begleitet, auf der nicht nur viele Fragen beantwortet werden, sondern auch längst vergangene Erinnerungen und Familiengeheimnisse ans Licht kommen. Je weiter ich in die Geschichte eingetaucht bin, desto mehr hat sich auch meine Sicht auf Melanie verändert. Zu Beginn des Buches stand ich ihr noch sehr kritisch gegenüber – im Laufe der Geschichte konnte ich ihre Situation jedoch immer besser verstehen.

An Dramatik hat Miriam Burdelski bei dieser Familiengeschichte wirklich nicht gespart. Dieser Roman hat mich emotional sehr berührt und an einigen Stellen konnten auch die Tränen nicht zurückgehalten werden. Besonders ein Vorfall hat mich persönlich sehr getroffen. Ich kann leider nicht näher darauf eingehen, da ich sonst spoilern würde. An dieser Stelle hätte ich mir im Vorfeld eine Triggerwarnung gewünscht.

Was mir die Autorin mit ihrer Geschichte besonders vermittelt hat: Hört einander zu und redet miteinander. Denn manchmal bleiben Dinge unausgesprochen, die viel zu lange zwischen Menschen stehen.

Die Geschichte ist in angenehm lesefreundliche, chronologisch fortlaufende Kapitel gegliedert, sodass ich gut in den Roman hineingefunden habe.

Eine bewegende Familiengeschichte über Liebe, Verlust, Erinnerungen und die Dinge, die manchmal viel zu lange ungesagt bleiben