Einfühlsam erzählt der Roman über Demenz und Identität und verliert trotz der schweren Themen nicht an Leichtigkeit

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Liesel stammt aus prekären Verhältnissen. Ihre lethargische Mutter Melanie hat sich nie um sie gekümmert. Deshalb wurde sie von ihrer liebevollen, aber strengen Großmutter Emmi aufgezogen. Männer spielten in der kleinen Familie nie eine Rolle, weder kennt Liesel ihren Vater oder Großvater. Inzwischen ist Emmi dement und lebt in einem Pflegeheim. Bevor sie endgültig keine Antworten mehr bekommt und das Geheimnis ihrer Herkunft lösen kann, reist die junge Frau zusammen mit dem polnischen Altenpfleger Jascha nach Ostpreußen. Jetzt explodiert vor dem Autofenster der Frühling und schämt sich nicht für seine Dekadenz. Ganz im Gegensatz, als Emmi den Fluchtweg im Zweiten Weltkrieg im eisigen Winter mit vielen Entbehrungen auf sich nahm.
Die Geschichte hat mich sehr berührt. Liesel kümmert sich aufopferungsvoll von Kindheit an um ihre depressive Mutter und später um die Großmutter im Heim. Trotzdem verliert sie keineswegs ihren Humor, sondern ist wissbegierig auf der Suche nach ihrer Herkunft. Der Roadtrip, den das ungleiche Trio unternimmt, führt sie durch malerisch beschriebene Landschaften und zu Kontakten mit liebenswerten und skurrilen Menschen. Einfühlsam erzählt der Roman über Demenz und Identität und verliert trotz der schweren Themen nicht an Leichtigkeit.