Emmis letzte Geschichte
Den Ausgangspunkt für die Entstehung dieses Romans bildete die Reise der Autorin im Jahr 2014. Sie begab sich auf die Spuren der Fluchtwege ihrer eigenen Großmutter, liess sich davon inspirieren. IST DOCH SCHÖN HIER stellt aber ein fiktive Geschichte mit nicht realen Personen dar.
Die junge Liesel Wachauf lebte mit Mutter Melanie und Großmutter Emmi gemeinsam seit vielen Jahren in einer viel zu kleinen Sozialwohnung in ärmlichen Verhältnissen. Jetzt nach dem bestandenen Abitur, dem Einzug der dementen Oma in ein Pflegeheim, steht sie vor der Entscheidung, wie es in ihrem Leben weitergehen soll. Sie hat Zukunftpläne, aber da ihre Mutter unter starken Depressionen leidet, faktisch lebensuntüchtig ist, bleibt alles an ihr hängen. Die 19jährige muss für die beiden Frauen sorgen. Eines will sie noch tun, bevor die Oma ganz im Vergessen versinkt oder gar verstirbt. Sie will deren Heimat Ostpreußen besuchen, aber allein. Schließlich kommt es dazu, dass sie mit dem polnischen Altenpfleger Jascha und Emmi die Reise in einem alten klapprigen und geborgten Lada startet.
Bei dem harmlosen Titel und dem Ruhe verströmenden Cover hatte ich allerdings nicht gedacht, was für tiefgreifende, bewegende, hoch emotionale Themen mich auf den 378 Seiten erwarten. Miriam Burdelski konnte mich durch die Handlungsabläufe, die Charakterdarstellungen und ihren angenehmen Sprachstil überzeugen.
In 74 kurzen Kapiteln begleiten wir die junge Protagonistin auf ihrem Selbstfindungstrip, bei dem sie vor ungeahnte Herausforderungen gestellt wird. Sie wusste gar nichts von ihrer Familiengeschichte, nichts von Emmi, die ihr stets Sicherheit und Halt vermittelte, nichts von Melanie, die sie nur als passive, unselbständige Mutter kannte. Die Reise in die Vergangenheit öffnet ihr die Augen, lässt sie reifen und am Ende der Geschichte trotz der vielen Schicksalschläge optimistisch in die Zukunft blicken.
Mich berührt es sehr, wie die Autorin die Befindlichkeiten von Großmutter und Enkelin detailreich und voller Emotionen beschreibt, wie sie nach eigenen Angaben eine Geschichte erzählt, die sie vor dem Vergessen bewahren möchte. (siehe Danksagung der Autorin)
Das Buch endet mit einem Brief Liesels an ihre Mutter – ein sehr berührender Abschluss des Romans mit zärtlichen Gedanken an sie ... „Wie schwer muss es sein, anderen Liebe zu gönnen, wenn man selbst nicht geliebt wurde?“
Ich möchte den Roman gern empfehlen, denn er zeigt deutlich, wie nicht verarbeitete Traumata an nachfolgende Generationen weitegegeben werden und was diese bewirken können. Fünf von fünf Sternen!
Die junge Liesel Wachauf lebte mit Mutter Melanie und Großmutter Emmi gemeinsam seit vielen Jahren in einer viel zu kleinen Sozialwohnung in ärmlichen Verhältnissen. Jetzt nach dem bestandenen Abitur, dem Einzug der dementen Oma in ein Pflegeheim, steht sie vor der Entscheidung, wie es in ihrem Leben weitergehen soll. Sie hat Zukunftpläne, aber da ihre Mutter unter starken Depressionen leidet, faktisch lebensuntüchtig ist, bleibt alles an ihr hängen. Die 19jährige muss für die beiden Frauen sorgen. Eines will sie noch tun, bevor die Oma ganz im Vergessen versinkt oder gar verstirbt. Sie will deren Heimat Ostpreußen besuchen, aber allein. Schließlich kommt es dazu, dass sie mit dem polnischen Altenpfleger Jascha und Emmi die Reise in einem alten klapprigen und geborgten Lada startet.
Bei dem harmlosen Titel und dem Ruhe verströmenden Cover hatte ich allerdings nicht gedacht, was für tiefgreifende, bewegende, hoch emotionale Themen mich auf den 378 Seiten erwarten. Miriam Burdelski konnte mich durch die Handlungsabläufe, die Charakterdarstellungen und ihren angenehmen Sprachstil überzeugen.
In 74 kurzen Kapiteln begleiten wir die junge Protagonistin auf ihrem Selbstfindungstrip, bei dem sie vor ungeahnte Herausforderungen gestellt wird. Sie wusste gar nichts von ihrer Familiengeschichte, nichts von Emmi, die ihr stets Sicherheit und Halt vermittelte, nichts von Melanie, die sie nur als passive, unselbständige Mutter kannte. Die Reise in die Vergangenheit öffnet ihr die Augen, lässt sie reifen und am Ende der Geschichte trotz der vielen Schicksalschläge optimistisch in die Zukunft blicken.
Mich berührt es sehr, wie die Autorin die Befindlichkeiten von Großmutter und Enkelin detailreich und voller Emotionen beschreibt, wie sie nach eigenen Angaben eine Geschichte erzählt, die sie vor dem Vergessen bewahren möchte. (siehe Danksagung der Autorin)
Das Buch endet mit einem Brief Liesels an ihre Mutter – ein sehr berührender Abschluss des Romans mit zärtlichen Gedanken an sie ... „Wie schwer muss es sein, anderen Liebe zu gönnen, wenn man selbst nicht geliebt wurde?“
Ich möchte den Roman gern empfehlen, denn er zeigt deutlich, wie nicht verarbeitete Traumata an nachfolgende Generationen weitegegeben werden und was diese bewirken können. Fünf von fünf Sternen!