Nostalgie der Vergangenheit

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antje123 Avatar

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Liesel steht an einem Scheideweg in ihrem Leben: Ihren Schulabschluss in der Tasche hat sie kaum wirkliche Perspektiven in ihrem Leben. Mit einer dementen Oma im Heim und einer Mutter, die kaum vom Sofa, geschweige denn aus der Wohnung rauskommt, ist Liesel auf sich allein gestellt. Die langgeplante Reise in die Vergangenheit ihrer Oma Emmi stellt für sie einen entscheidenden Schritt dar. Doch die Reise ist ehemalige Ostpreußen wird für Liesel eine wahre Herausforderung mit Antworten auf Fragen, die sie nie hatte stellen wollen.

Liesel ist speziell. Ganz auf ihre eigene Art und Weise nimmt sie den Leser mit und reicht ihm die Hand, die zwar aufnimmt, jedoch nie zu nah an sich heranlässt. Mit einer gewissen Distanz versucht sich der Leser also, auf die Geschichte und das Beziehungsdreieck aus Oma, Mutter und Tochter einzulassen, was manchmal gelingt, oftmals jedoch auch auf Grund der Charakterzüge der Personen schwerfällt. Doch auf diese Weise wird eine Eigenheit verliehen, die jeder Person einen gewissen Charakterzug verleiht.
Der Aufbau des Buches jedoch ist sehr gut gelungen. Der Leser wird abgeholt und auf die Reise nach Ostpreußen mitgenommen. Er erlebt, was Liesel erlebt hat, und durch die wachen Momente von Emmi auch, was Emmi vor vielen Jahren miterleben musste. Mit schönen Beschreibungen der Atmosphäre, mit gezielten Orten und Geschichten wird der Leser also auch zu einem Reisenden, der sich der kleinen Gruppe angeschlossen hat.

Mit vielen Eindrücken, mit vielen Geschichten in der Vergangenheit und mit einer ganz persönlichen Geschichte erzählt die Autorin die Geschichte von Liesel. Oftmals authentisch, denn zu oft gerät in Vergangenheit, was damals geschehen und nie erzählt wurde. Dennoch hatte ich an vielen Stellen ein Gefühl, mit dem ich mich nicht gänzlich auf das Buch und die distanzierten Personen einlassen konnte.