Roadtrip in die Vergangenheit

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lisbethsalander Avatar

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Im Mittelpunkt der Geschichte "Ist doch schön hier" von Miriam Burdelski stehen quasi drei Generationen von Frauen. Da wäre zum einen die Enkeltochter Liesel, aus deren Perspektive der Roman erzählt wird. Eine weniger aktive Rolle nimmt ihre Mutter ein. Gemeinsam mit Liesel im Fokus steht Großmutter Emmi, die mittlerweile im Altersheim ist und zunehmend dement wird. Bis zum Einzug der alten Frau in die Pflegeeinrichtung hatten die drei in überaus ärmlichen Verhältnissen gemeinsam in einer kleinen Mietwohnung gelebt. Wie es oft bei dementen Menschen der Fall ist, lebt Emmi nun mehr und mehr in der Vergangenheit und spricht am liebsten über Ostpreußen, von wo sie vor 70 Jahren mit ihrer Familie fliehen musste wie aber Tausende mit ihr. Da die Oma eine sehr enge Bezugsperson für Liesel ist und war, interessiert sich die junge Frau brennend für die Vergangenheit ihrer Großmutter. So plant sie, alleine mit dem Zug ins ehemalige Ostpreußen zu reisen. Doch zweitens kommt es anders als man denkt......Liesel macht sich nämlich nicht allein auf den Weg, der polnische Pfleger Jascha bietet seine Begleitung an und schlägt vor, auch Emmi im geliehenen Lada mitzunehmen. Gesagt - getan! So beginnt ein Roadtrip, der mich ungeheuer bewegt hat. Hier wartet die Autorin mit allem auf, was an Zwischenmenschlichem geboten werden kann. Es geht um Schuld, Liebe, Abschied, verpasste Gelegenheiten......Alles in kurzen Kapiteln, so dass ich immer dachte: "eins geht noch" und einem sogartigen Schreibstil, der mich das Buch nur sehr schwer zur Seite legen ließ. Die eine oder andere aber nur klitzekleine Länge gab es mittendrin, aber das hat meinem Lesegenuss tatsächlich keinerlei Abbruch getan. Und die Auflösung, mit der ich so überhaupt nicht gerechnet hatte, war ebenfalls überzeugend! Dieses Buch wird noch lange nachklingen und bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung!