Toller Debütroman

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joolte_hoert Avatar

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Drei Frauen, drei Generationen.
Liesel ist 19 Jahre alt und hat ein wunderbares Verhältnis zu ihrer Großmutter Emmi die mittlerweile aufgrund von Demenz in einem Pflegeheim lebt. Liesels Mutter Melanie hat weder zu ihrer Mutter noch zu ihrer Tochter innigen Kontakt. Melanie ist mit sich selbst beschäftigt, kapselt sich ab und vegetiert vor sich hin. Liesel setzt sich in den Kopf, dass sie noch so viel über die Vergangenheit ihrer Oma erfahren möchte. Sie möchte ins ehemalige Ostpreußen reisen und sich auf die Suche begeben, nach Antworten. Die Reise wird allerdings ganz anders als gedacht, denn mit ihr zusammen reisen Emmi und ihr Pfleger Jascha.

Statt Antworten tauchen immer mehr Fragen auf. Und es wird deutlich, dass das Mutter - Tochter Verhältnis bei allen nicht besonders eng war. Nur die Verbindung zwischen Emmi und Liesel war innig. Melanie hat Liesel mit 16 Jahren bekommen, was auch zu einem großen Konflikt innerhalb der Familie führte.

Liesel lernt auf dieser Reise sehr viel über sich, ihre Familie und über Verlust und Vergebung. Und auch über ihre Gefühle gegenüber Jascha.

Die Kapitel sind angenehm kurz, sodass ich schnell durch die Seiten geflogen bin. Allerdings hatte ich beim Lesen leider nicht das Gefühl,dass es mich so richtig einsaugt. Das gesamte Buch wird hauptsächlich aus der Perspektive von Liesel geschrieben. Es war interessant die drei Frauen näher kennenzulernen, trotzdem blieb es für mich irgendwie eher "oberflächlich". Manche Aspekte und Aufenthalte hätte ich persönlich nicht gebraucht.

Die Grundthematik hat mich sehr interessiert, gerade wenn sich die nachfolgenden Generationen über die Vergangenheit ihrer Großeltern schlau machen. Gegen Ende des Buches ist noch viel passiert, und diese Leere, die Liesel verspürt hat, kam auch bei mir an.

Als Debütroman auf jeden Fall zu empfehlen, auch wenn es bei mir nicht komplett eingeschlagen ist.

⭐⭐⭐,5 | 5 Sterne