Keine leichte Kost

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ronya Avatar

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Die Leseprobe für dieses Buch hatte mich neugierig gemacht, obwohl ich „Huckleberry Finn“ nie gelesen habe. Einer Zusammenfassung zufolge, nach der ich anschließend geschaut hatte, hat Everett viele Handlungsteile der Vorlage aufgenommen und andere hinzugefügt (was zu erwarten war, insbesondere um die Zeiträume mit Leben zu füllen, in denen Huck und „Jim“ getrennt sind). Er weicht aber offenbar stellenweise auch von der Originalgeschichte ab.

Insgesamt ist hier ein Text entstanden, der trotz des grundsätzlich schwierigen Themas anfangs von bissigem Humor und einem ironischen Ton geprägt ist. Dieser verliert sich im weiteren Verlauf immer weiter – was passend ist, da auch die Handlung zunehmend düsterer bzw. die Realität des Lebens als Sklave immer deutlicher erzählt wird.

Im Endergebnis ist das Buch stilistisch zwar locker und flüssig zu lesen, aber alles andere als leichte Kost, sondern eine zuweilen bitterböse Geschichte, aus der sich trotz des historischen Settings auch immer mal wieder ein Bogen in die Gegenwart spannen lässt.