(Cyber-)Mobbing, Existenzangst und Liebe im Schnelldurchlauf
3,5 Sterne, wenn man könnte.
Die Geschichte beginnt stark und löst viele Gefühle aus. Im Rückblick auf Romys Schulzeit wird ihre verletzliche Persönlichkeit und der Wunsch nach Gleichgesinnten so greifbar, und ich fühle sowohl ihre Unruhe und ihre Einsamkeit, als auch ihre Hoffnung, als jemand zum Buchclub erscheint - und ich bin mit ihr in ihre Verzweiflung gefallen, als alles nach hinten los ging. Als im Anschluss die Geschichte im Jetzt startet, fühlt man Romy mit all ihrer Melancholie und Unsicherheit durch die Seiten hindurch. Es ist schnell klar, dass die Erlebnisse zur Schulzeit Romy auch als Erwachsene noch gravierend beeinflussen und wohl auch für das ein oder andere Persönlichkeitsmerkmal gesorgt haben.
Zur Handlung:
Romy arbeitet im Buchladen ihres Großvaters als Buchhändlerin und erfährt kurz vor Weihnachten, dass der Laden vor dem Aus steht, sollten nicht die angefallenen Schulden beglichen werden können. Zusätzlich zu Romys ganzen Selbstzweifeln kommen nun Existenzangst und die Sorge um den Großvater dazu. Also lässt Romy sich breitschlagen, mit dem Social Media Star Max, der eines schönen Nachmittags im Buchladen auftaucht und dort Content für seinen Account erstellt, einen Deal einzugehen: er filmt den Buchladen und nutzt seine Reichweite, um neue Kunden anzulocken und Romy soll Max im Gegenzug auf einer kleinen Reise durch verschiedene Buchläden begleiten. Weil er eigentlich nicht so viel über die Welt der Buchhandlungen weiß, aber ein Buch heraus bringen möchte. Und in dem Kontext Content aus verschiedenen Buchhandlungen sammelt. Oder so. Ich weiß nicht genau. Da wird es schwammig. Klar ist nur, dass das große Finale, eine Pressekonferenz zu Max geplantem Buch, im Buchladen von Romys Opa stattfinden soll.
Und genau mit diesem Deal und dem Beginn der Reise lässt der starke Anfang und der so vielversprechende Aufbau des Buches leider nach.
Es ist für mich nicht nachvollziehbar, was hier nun eigentlich passiert. Welchen Mehrwert Romy für Max genau bietet wird mir zu wenig erklärt, denn es bleibt auch etwas unklar, was Max eigentlich mit dem Content, für den er extra auf Reise geht, genau bezwecken will. Relativ schnell ist auch die Rede davon, dass Romy nun an Max' Buch beteiligt ist. Sie erwähnt am Rande eine Buchidee, aber dass sie plötzlich maßgeblich am Buchinhalt beteiligt ist, wie es später im Buch heißt, ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Es war ja eigentlich die Rede davon, dass Max diese Buchveröffentlichung bereits geplant hat und es in wenigen Tagen bekannt machen will. Dann muss es ja eigentlich schon einen Plot oder etwas mehr als eine Idee geben.
Abgesehen von diesen Unstimmigkeiten stört mich die Art und Weise wie sich die Love Story entwickelt leider auch. Es geht viel zu schnell. Dass Max Romy vielleicht gleich spannend findet - OK geschenkt, aber dass sie sich mit ihrer Vergangenheit ihm gegenüber von Anfang an so öffnet, direkt offensichtlich auf seine Berührungen und Verführungen reagiert und in den erotischen Szenen als unerfahrene und unsichere Person das Zepter sooo in die Hand nimmt ist einfach nicht stimmig mit der Art und Weise, wie Romys Charakter eingeführt worden ist: verschlossen, verwundbar, und im Glauben, sich vor der Welt verstecken zu müssen. Aber Max gegenüber ist sie in den Gesprächen von Anfang an ehrlich, offen und super selbstreflektiert und ihre eigenen Schwächen anerkennend und freigiebig mitteilend und dann ganz schnell bei allem möglichen dabei, was außerhalb ihrer Komfortzone liegt. Das passt einfach nicht zusammen.
Es ist echt schade, weil durch die Unstimmigkeiten in Romys Charakter und durch die fehlende Nachvollziehbarkeit, was hier warum passiert, auch der Nebeneffekt auftritt, dass die so wichtigen Themen des Buches wie das Mobbing und die damit verbundenen Auswirkungen auf das ganze Leben, und die Schattenseiten von Social Media, nicht mehr glaubwürdig abgehandelt werden.
Unbedingt positiv hervorzuheben sind aber noch folgende Punkte:
- Der Roman regt zum Nachdenken und zur Selbstreflexion an. Er macht Mut, die eigenen Träume nicht aus dem Blick zu verlieren und die Verwirklichung dieser anzustreben.
- Die Autorin benutzt über das Buch hinweg eine fesselnde, sehr bildhafte und mitreißende Sprache, die Emotionen auslöst. Einige Sätze haben starken Eindruck bei mir hinterlassen.
Insbesondere hängengeblieben ist bei mir dieses Zitat:
"Wer wäre ich, wenn ich keine Angst hätte"
Trotzdem kann ich dem Buch nicht mehr Sterne geben, weil die Glaubwürdigkeit der Handlung und der Charaktere zu früh im Buch verloren geht, worüber der spannende Twist beim großen Finale leider auch nicht hinweg trösten kann.
Die Geschichte beginnt stark und löst viele Gefühle aus. Im Rückblick auf Romys Schulzeit wird ihre verletzliche Persönlichkeit und der Wunsch nach Gleichgesinnten so greifbar, und ich fühle sowohl ihre Unruhe und ihre Einsamkeit, als auch ihre Hoffnung, als jemand zum Buchclub erscheint - und ich bin mit ihr in ihre Verzweiflung gefallen, als alles nach hinten los ging. Als im Anschluss die Geschichte im Jetzt startet, fühlt man Romy mit all ihrer Melancholie und Unsicherheit durch die Seiten hindurch. Es ist schnell klar, dass die Erlebnisse zur Schulzeit Romy auch als Erwachsene noch gravierend beeinflussen und wohl auch für das ein oder andere Persönlichkeitsmerkmal gesorgt haben.
Zur Handlung:
Romy arbeitet im Buchladen ihres Großvaters als Buchhändlerin und erfährt kurz vor Weihnachten, dass der Laden vor dem Aus steht, sollten nicht die angefallenen Schulden beglichen werden können. Zusätzlich zu Romys ganzen Selbstzweifeln kommen nun Existenzangst und die Sorge um den Großvater dazu. Also lässt Romy sich breitschlagen, mit dem Social Media Star Max, der eines schönen Nachmittags im Buchladen auftaucht und dort Content für seinen Account erstellt, einen Deal einzugehen: er filmt den Buchladen und nutzt seine Reichweite, um neue Kunden anzulocken und Romy soll Max im Gegenzug auf einer kleinen Reise durch verschiedene Buchläden begleiten. Weil er eigentlich nicht so viel über die Welt der Buchhandlungen weiß, aber ein Buch heraus bringen möchte. Und in dem Kontext Content aus verschiedenen Buchhandlungen sammelt. Oder so. Ich weiß nicht genau. Da wird es schwammig. Klar ist nur, dass das große Finale, eine Pressekonferenz zu Max geplantem Buch, im Buchladen von Romys Opa stattfinden soll.
Und genau mit diesem Deal und dem Beginn der Reise lässt der starke Anfang und der so vielversprechende Aufbau des Buches leider nach.
Es ist für mich nicht nachvollziehbar, was hier nun eigentlich passiert. Welchen Mehrwert Romy für Max genau bietet wird mir zu wenig erklärt, denn es bleibt auch etwas unklar, was Max eigentlich mit dem Content, für den er extra auf Reise geht, genau bezwecken will. Relativ schnell ist auch die Rede davon, dass Romy nun an Max' Buch beteiligt ist. Sie erwähnt am Rande eine Buchidee, aber dass sie plötzlich maßgeblich am Buchinhalt beteiligt ist, wie es später im Buch heißt, ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Es war ja eigentlich die Rede davon, dass Max diese Buchveröffentlichung bereits geplant hat und es in wenigen Tagen bekannt machen will. Dann muss es ja eigentlich schon einen Plot oder etwas mehr als eine Idee geben.
Abgesehen von diesen Unstimmigkeiten stört mich die Art und Weise wie sich die Love Story entwickelt leider auch. Es geht viel zu schnell. Dass Max Romy vielleicht gleich spannend findet - OK geschenkt, aber dass sie sich mit ihrer Vergangenheit ihm gegenüber von Anfang an so öffnet, direkt offensichtlich auf seine Berührungen und Verführungen reagiert und in den erotischen Szenen als unerfahrene und unsichere Person das Zepter sooo in die Hand nimmt ist einfach nicht stimmig mit der Art und Weise, wie Romys Charakter eingeführt worden ist: verschlossen, verwundbar, und im Glauben, sich vor der Welt verstecken zu müssen. Aber Max gegenüber ist sie in den Gesprächen von Anfang an ehrlich, offen und super selbstreflektiert und ihre eigenen Schwächen anerkennend und freigiebig mitteilend und dann ganz schnell bei allem möglichen dabei, was außerhalb ihrer Komfortzone liegt. Das passt einfach nicht zusammen.
Es ist echt schade, weil durch die Unstimmigkeiten in Romys Charakter und durch die fehlende Nachvollziehbarkeit, was hier warum passiert, auch der Nebeneffekt auftritt, dass die so wichtigen Themen des Buches wie das Mobbing und die damit verbundenen Auswirkungen auf das ganze Leben, und die Schattenseiten von Social Media, nicht mehr glaubwürdig abgehandelt werden.
Unbedingt positiv hervorzuheben sind aber noch folgende Punkte:
- Der Roman regt zum Nachdenken und zur Selbstreflexion an. Er macht Mut, die eigenen Träume nicht aus dem Blick zu verlieren und die Verwirklichung dieser anzustreben.
- Die Autorin benutzt über das Buch hinweg eine fesselnde, sehr bildhafte und mitreißende Sprache, die Emotionen auslöst. Einige Sätze haben starken Eindruck bei mir hinterlassen.
Insbesondere hängengeblieben ist bei mir dieses Zitat:
"Wer wäre ich, wenn ich keine Angst hätte"
Trotzdem kann ich dem Buch nicht mehr Sterne geben, weil die Glaubwürdigkeit der Handlung und der Charaktere zu früh im Buch verloren geht, worüber der spannende Twist beim großen Finale leider auch nicht hinweg trösten kann.