Wichtige Themen, anstrengender Schreibstil

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haruka Avatar

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Das Buch ist äusserlich sehr schön und hat was Träumerisches. Darum ging ich mit einem positiven Gefühl ans Buch heran.
Der Prolog berührte mich sofort und der anfangs bildhafte Schreibstil gefiel mir sehr. Ich konnte mir die Szenerie richtig gut vorstellen und fühlte mich direkt in die Geschichte versetzt. Leider ging es danach für mich bergab.
Mein grösstes Problem war nämlich der Schreibstil. Die atmosphärischen Beschreibungen rückten schnell in den Hintergrund, dafür häuften sich künstlich wirkende Dialoge, holprige Formulierungen und Vergleiche, die vermutlich originell oder lustig sein sollten. Mir war das viel zu viel. Dazu kamen auf jeder Seite ständig abgebrochene Sätze und ähnliche Satzmuster. Irgendwann hatte ich das Gefühl, der Text folge einer Schablone. Das hat mich so gestört, dass ich mich regelrecht zum Weiterlesen zwingen musste. Hätte ich das Buch nicht im Rahmen einer Leserunde erhalten, hätte ich es abgebrochen.
Auch mit der Hauptfigur wurde ich nicht warm. Romys kratzbürstige und unhöfliche Art machte es mir schwer, sie zu mögen. Ausserdem fand ich ihr ständiges Grübeln auf Dauer anstrengend. Auch passte ihr Verhalten für mich nicht immer zusammen: Einerseits ist sie ausgesprochen verschlossen und unsicher, andererseits öffnet sie sich einem fremden Menschen erstaunlich schnell.

Max fand ich grundsätzlich ganz okay, allerdings wirkte er auf mich eher wie 18 oder 19 als wie ein Mann über dreissig. Mir wurde auch nicht richtig klar, wofür er eigentlich bekannt ist, also für was für eine Art von Content.
Die Liebesgeschichte hatte durchaus süsse Momente, emotional erreicht hat sie mich aber kaum. Mal entwickelte sie sich vorsichtig, mal machte die Beziehung plötzlich einen Sprung. Mir fehlten die Zwischenschritte, durch die Nähe und Vertrauen glaubwürdig wachsen.
In der zweiten Hälfte gab es immerhin Passagen, die ich lieber gelesen habe, einzelne humorvolle Szenen und berührende Gedanken. Die Schattenseiten von Social Media, Selbstwert und die langfristigen Folgen von Mobbing sind wichtige Themen, die durchaus Stoff für eine interessante Geschichte bieten. Gegen Ende ging mir dann alles zu schnell (gravierende Konflikte und Entwicklungen entstehen und lösen sich innerhalb von 30 Seiten).
Die Grundgeschichte fand ich also durchaus interessant. Leider haben der eigenwillige Schreibstil und die für mich oft wenig glaubwürdigen Figuren den Lesespass sehr stark gedämpft.