Wohl eher an eine andere Zielgruppe gerichtet
„Jede Seite an dir“ von Jana Crämer ist eine winterliche Feel-Good-Romance mit Social-Media- und Buchhandlungsvibes. Mit hübschem Farbschnitt und dem türkis-blauen Cover, das ein verliebtes Pärchen unter Mistelzweigen mit einem Buch im Vordergrund zeigt, ist der Roman schonmal ein Hingucker.
Das erste Zusammentreffen zwischen der schüchternen Buchhändlerin Romy und dem Influencer Max verläuft alles andere als harmonisch. Doch die Buchhandlung von Romys Opa ist von der Schließung bedroht und Max‘ Support inzwischen die letzte Hoffnung. Um die Werbetrommel für ihre Buchhandlung zu rühren erklärt sich Romy bereit, den charmanten Max auf eine Promo-Tour für sein geplantes Buch zu begleiten. Im Verlauf ihrer kurzen Reise erhalten beide tiefe Einblicke hinter die Fassade und in das Seelenleben des jeweils anderen. Doch ist Max wirklich so aufrichtig wie er scheint?
Der eindringliche und berührende Prolog hat mich ebenso begeistert wie erschüttert, liefert er doch ein Beispiel für grausames Mobbing, dem Romy in ihrer Schulzeit ausgesetzt war. Meiner persönlichen Ansicht nach, lässt der Roman danach leider deutlich nach. Zwar habe ich mich nicht durch das Buch gequält, aber ein richtiger Lesefluss hat sich auch nicht eingestellt. Ein Versuch mit dem Hörbuch brachte leider auch keinen Erfolg. Aileen Wrozyna verleiht ihrer Stimme mitunter einen Hauch Emotion oder Unsicherheit wie Ich-Erzählerin Romy sie wohl verspürt. Allerdings klingt sie phasenweise auch so, als läge das Leid der Welt auf ihren Schultern, was mich ehrlicherweise ziemlich abstößt. Der Schreibstil ist insgesamt flüssig, allerdings wirken einige Handlungen und auch die Beziehungsentwicklung zwischen Romy und Max oft sprunghaft. Durch die Ich-Perspektive werden Romys Gedanken, Gefühle und Wünsche sehr intensiv deutlich. Genretypisch werden die Leser vom Ende des Romans im Großen und Ganzen nicht überrascht. Ein spannender Höhepunkt kurz vor Schluss erwartet die Leser dennoch. Auch wenn der Roman zweifelsfrei wichtige Themen wie Mobbing, Neuanfänge, sowie die Social-Media-Scheinwelt und in gewisser Weise auch die Bedeutung von Prävention anspricht und die heimelige Buchhandlungsatmosphäre wirklich stark eingefangen ist, passe ich wohl einfach nicht in die Zielgruppe des Buches. Viele Reaktionen und Entwicklungen in der Handlung erscheinen mir einfach nicht schlüssig. Auch in puncto Figuren können mich eigentlich nur Opa Fritz und Max‘ Mutter so richtig überzeugen. Der eine in seiner pointierten, sympathischen Darstellung, die andere als authentische Antagonistin. Max ist für meinen Geschmack eine Spur zu gutmütig und zu verständnisvoll als das ich ihn wirklich ernst nehmen kann. Aber auch sein Leben verläuft von jeher nicht nur auf der Sonnenseite und er gewinnt durchaus meine Sympathie. Eine größere Herausforderung ist leider ausgerechnet Protagonistin Romy für mich. Sie erscheint mir insgesamt sehr unausgeglichen und widersprüchlich. Natürlich hat sie in ihrer Jugend schlimme Erfahrungen gemacht, die sie traumatisiert und nachhaltig geprägt haben. Meiner Ansicht nach darf dies aber nach über einem Jahrzehnt und im Alter von fast 30 Jahren kein Freibrief dafür sein, sich einerseits wie ein verbohrter Teenager und andererseits so überempfindlich zu benehmen. In diesem Alter sollte man doch eine gewisse Eigenverantwortung und Reife entwickelt haben. Wenn das gesamte Leben so derartig von den zweifelsfrei grausamen Erlebnissen in der Jugend beherrscht wird wie bei Romy, ist es wohl allerhöchste Zeit aktiv zu werden und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zudem hat Romy ihren Fokus so sehr auf ihr eigenes Leid gerichtet – leicht hat sie es natürlich wirklich nicht – dass sie auf mich beinahe etwas egozentrisch und wenig liebenswürdig wirkt.
Trotz einiger gefälliger Ansätze konnte der Roman „Jede Seite an dir“ mich leider nicht so richtig überzeugen. Viele typische Leser des Young oder New Adult Genre dürften aber gerade von der emotionsgeladenen Story mit den vielen Aufs und Abs der Gefühle berührt sein.
Das erste Zusammentreffen zwischen der schüchternen Buchhändlerin Romy und dem Influencer Max verläuft alles andere als harmonisch. Doch die Buchhandlung von Romys Opa ist von der Schließung bedroht und Max‘ Support inzwischen die letzte Hoffnung. Um die Werbetrommel für ihre Buchhandlung zu rühren erklärt sich Romy bereit, den charmanten Max auf eine Promo-Tour für sein geplantes Buch zu begleiten. Im Verlauf ihrer kurzen Reise erhalten beide tiefe Einblicke hinter die Fassade und in das Seelenleben des jeweils anderen. Doch ist Max wirklich so aufrichtig wie er scheint?
Der eindringliche und berührende Prolog hat mich ebenso begeistert wie erschüttert, liefert er doch ein Beispiel für grausames Mobbing, dem Romy in ihrer Schulzeit ausgesetzt war. Meiner persönlichen Ansicht nach, lässt der Roman danach leider deutlich nach. Zwar habe ich mich nicht durch das Buch gequält, aber ein richtiger Lesefluss hat sich auch nicht eingestellt. Ein Versuch mit dem Hörbuch brachte leider auch keinen Erfolg. Aileen Wrozyna verleiht ihrer Stimme mitunter einen Hauch Emotion oder Unsicherheit wie Ich-Erzählerin Romy sie wohl verspürt. Allerdings klingt sie phasenweise auch so, als läge das Leid der Welt auf ihren Schultern, was mich ehrlicherweise ziemlich abstößt. Der Schreibstil ist insgesamt flüssig, allerdings wirken einige Handlungen und auch die Beziehungsentwicklung zwischen Romy und Max oft sprunghaft. Durch die Ich-Perspektive werden Romys Gedanken, Gefühle und Wünsche sehr intensiv deutlich. Genretypisch werden die Leser vom Ende des Romans im Großen und Ganzen nicht überrascht. Ein spannender Höhepunkt kurz vor Schluss erwartet die Leser dennoch. Auch wenn der Roman zweifelsfrei wichtige Themen wie Mobbing, Neuanfänge, sowie die Social-Media-Scheinwelt und in gewisser Weise auch die Bedeutung von Prävention anspricht und die heimelige Buchhandlungsatmosphäre wirklich stark eingefangen ist, passe ich wohl einfach nicht in die Zielgruppe des Buches. Viele Reaktionen und Entwicklungen in der Handlung erscheinen mir einfach nicht schlüssig. Auch in puncto Figuren können mich eigentlich nur Opa Fritz und Max‘ Mutter so richtig überzeugen. Der eine in seiner pointierten, sympathischen Darstellung, die andere als authentische Antagonistin. Max ist für meinen Geschmack eine Spur zu gutmütig und zu verständnisvoll als das ich ihn wirklich ernst nehmen kann. Aber auch sein Leben verläuft von jeher nicht nur auf der Sonnenseite und er gewinnt durchaus meine Sympathie. Eine größere Herausforderung ist leider ausgerechnet Protagonistin Romy für mich. Sie erscheint mir insgesamt sehr unausgeglichen und widersprüchlich. Natürlich hat sie in ihrer Jugend schlimme Erfahrungen gemacht, die sie traumatisiert und nachhaltig geprägt haben. Meiner Ansicht nach darf dies aber nach über einem Jahrzehnt und im Alter von fast 30 Jahren kein Freibrief dafür sein, sich einerseits wie ein verbohrter Teenager und andererseits so überempfindlich zu benehmen. In diesem Alter sollte man doch eine gewisse Eigenverantwortung und Reife entwickelt haben. Wenn das gesamte Leben so derartig von den zweifelsfrei grausamen Erlebnissen in der Jugend beherrscht wird wie bei Romy, ist es wohl allerhöchste Zeit aktiv zu werden und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zudem hat Romy ihren Fokus so sehr auf ihr eigenes Leid gerichtet – leicht hat sie es natürlich wirklich nicht – dass sie auf mich beinahe etwas egozentrisch und wenig liebenswürdig wirkt.
Trotz einiger gefälliger Ansätze konnte der Roman „Jede Seite an dir“ mich leider nicht so richtig überzeugen. Viele typische Leser des Young oder New Adult Genre dürften aber gerade von der emotionsgeladenen Story mit den vielen Aufs und Abs der Gefühle berührt sein.