Ein mutiges Buch gegen Tabus.

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fönbo Avatar

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Das schlicht gestaltete Cover lenkt den Blick ohne Schnörkel direkt auf das Wesentliche.

Beim Hineinlesen in die Leseprobe auf Vorablesen ist mir die unheimlich ehrliche und erleichternde Grundhaltung aufgefallen. Das Autoren-Duo Eric Wrede und Fee Vogel räumt hier radikal mit dem gesellschaftlichen Druck auf, einen Verlust möglichst schnell "überwinden" zu müssen.

Es tut gut zu lesen, dass Trauer eben kein psychologischer Defekt ist, der therapiert oder wegoptimiert gehört. Stattdessen wird sie als eine völlig gesunde, logische und tief emotionale Reaktion auf die Liebe beschrieben.

Der Schreibstil ist erfreulich direkt, kommt komplett ohne abgehobene Floskeln aus und begegnet Betroffenen absolut auf Augenhöhe. Spannend finde ich die Kritik an starren Phasenmodellen, die Trauernden oft mehr einengen als ihnen wirklich zu helfen. Man merkt den Zeilen die jahrelange, praktische Erfahrung der beiden Autoren im Umgang mit dem Tod in jeder Sekunde an. Sie erklären greifbar und verständlich, was bei einem schweren Verlust im eigenen Kopf, im Alltag und sogar im Körper passiert.

Für mich ist dieses Werk kein klassischer, staubiger Ratgeber von oben herab, sondern ein warmherziger und empathischer Begleiter. Es nimmt einem ein Stück weit die lähmende Angst vor den eigenen, oft überwältigenden Gefühlen.

Nach diesen ersten Seiten bin ich mir sicher, dass das Buch Betroffenen eine enorme emotionale Entlastung bieten kann. Es bricht das eisige Schweigen rund um das Sterben auf eine sehr tröstliche und zeitgemäße Art. Wie wird aus diesem Schmerz am Ende eine tragende Kraft?

Dieses extrem wichtige und mutige Buch sollte in meinen Augen eigentlich jeder einmal in die Hand genommen haben.